Emotionaler Abschied aus dem Mädchenfußball-Internat

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Fußball: Es war emotional, sehr emotional und sogar Tränen flossen. Für Lara Hohm, Frederika Kempe und Jana Schwankamp hieß es Ade zu sagen vom Mädchenfußball-Internat im SportCentrum Kamen-Kaiserau. Das FLVW-Präsidium mit Präsident Hermann Korfmacher und den Vizepräsidenten Manfred Schnieders, Manfred Deister und Peter Wolf verabschiedete das Mädchen-Trio. Mit dabei in der Kaiseraulounge auch Eltern und Angehörige, Lehrerinnen und Lehrer sowie Verbandssportlehrerin Kathrin Peter mit ihrem Team (Björn Lerbs, Sebastian Nowak, Sarah Feld und Physiotherapeut Jan Dryden) .“Schwer ist es, euch ziehen zu lassen“, betonte Korfmacher in seiner Abschiedsrede, „schließlich habt ihr das Internat in den vergangenen zwei und drei Jahren mitgeprägt.

Und der FLVW-Präsident meinte weiter, dass er gefühlt die drei Internat-Mädels erst vorgestern begrüßt habe, doch die „zweite Generation“ des Internats werde jetzt schon wieder flügge mit dem Abitur souverän in der Tasche und auf dem Weg zu neuen Herausforderungen. „Bewährtes soll man ja weder ändern noch trennen, trennen kann man euch ohnehin kaum, schließlich habt ihr konsequent bis zum Ende auch gemeinsam für den FSV Gütersloh gespielt.“   Für Jana Schwanekamp und Frederika Kempe geht es nach bestandener Prüfung zur Sporthochschule Köln. Lara Hohm dagegen zieht es nach Dortmund, sie wird dort eine Ausbildung zur Krankenschwester aufnehmen.

Echte Liebe, eigentlich der Slogan von Borussia Dortmund, hat aber auch in Kamen eine neue Bedeutung gewonnen, denn die drei Internatmädel hat echte Liebe zum Fußball in das Fußball-Internat nach Kaiserau gebracht. So Lara Hohm, die es 2012 von Borussia Emsdetten nach Kaiserau zog. Im gleichen Jahr kam auch Frederika Kempe vom SSV Meschede, 2013 folgte Jana Schwanekamp von Borussia Bocholt. Alle drei gehören dem Jahrgang 1997 an, alle drei legten auch ein Zweier-Abitur hin. Alle drei betonten in ihren sehr emotionalen Abschiedsreden, dass „die Zeit im Internat unvergessen bleibt und uns weiter geprägt hat“. Sie bedankten sich beim Präsidium, das ihnen die Jahre in Kaiserau ermöglicht habe, auch beim Team um Kathrin Peter, das sie nicht nur sportlich gefördert habe. Mit vielen warmen Worten, Tipps und wohlgemeinten Anregungen bedachte das scheidende Trio auch noch die im Internat verbleibenden Kolleginnen, die teilweise zu echten Freundinnen wurden. Und zu guter Letzt galt ein liebevoller Dank den Eltern für deren Unterstützung.

Jill Justine Eis und Melanie Ott, die noch im Internat wohnen bleiben, charakterisierten teilweise ihre drei scheidenden Mitbewohnerinnen mit launigen Worten. Das tat auch Hermann Korfmacher, der neben der Leergutsammelleidenschaft Lara Hohms Kreativität und Flexibiltät auch auf dem Platz heraus stellte. „Sie kann eigentlich jede Position spielen“, sagte er, „und selbst zwischen den Pfosten hat sie schon gestanden, sofern nicht wieder von einer Verletzung ausgebremst wird. Aber da“, spielt Korfmacher auf ihre neue Ausbildung als Krankenschwester an, „eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten zur Selbstheilung.“ Geprägt von Einsatz, verbal wie körperlich, war die Internatskarriere von Frederika Kempe, das wusste der FLVW-Präsident von ihr zu berichten, sie habe eine tolle Entwicklung genommen. Beim Abi fuhr sie eine eins mit Sternchen im Sport ein. Spitze war sie auch beim Eignungstest für die Sporthochschule Köln. „Ein Durchmarsch ohne Defizit.“ Die Bocholter Mundart brachte Jana Schwanekamp ihren Mitbewohnerinnen nahe, was allerdings nicht zu Verständigungsproblemen führte, Im Gegenteil, Hermann Korfmacher wurde überliefert, dass sie ein richtiges Sprachtalent und dank der Unterstützung der Sportlehrer zur Athletin gereift sei. Auch Frederike meisterte die Aufnahmeprüfung an der Sporthochschule Köln mit Bravour.

Der FLVW-Präsident bedauerte, die drei Internatsmädchen ziehen zu lassen. „Was genau passieren wird, kann eh keiner vorhersagen“, gab er ihnen mit auf den Weg, „euch stehen noch alle Türen offen. Sei es der Weg in die Bundesliga oder in eine der U-Auswahlen des DFB, alles ist möglich. Wir sind jedenfalls gespannt, wohin bei euch die Reise geht.“ Sie sollen Kamen nicht vergessen, sein Wunsch, und  auf diesem Weg ab und zu mal nach Kaiserau abbiegen. „Wenn nicht mit dem DFB-Tross, dann ganz privat. Wir werden euch in guter Erinnerung behalten.“

Das Dinner von Küchenchef Christoph Pech rundete einen denkwürdigen Abschiedsabend ab, bei dem Lara Hohm, Frederike Kempe und Jana Schwanekamp natürlich im Mittelpunkt standen.

Bild: Das FLVW-Präsidium und das Trainerteam verabschiedete drei Internatmädchen

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