Elfer und Top-Chancen vergeigt, lange Zeit in Überzahl: Kamener SC unterliegt Oberligist HSC im Krombacher Kreispokal unglücklich mit 0:1

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Fußball, Krombacher Kreispokal, Achtelfinale: Kamener SC – Holzwickeder SC 0:1 (0:0).  Die Enttäuschung war den Spielern des A-Ligisten Kamener SC nach dem Abpfiff des gut-leitenden Unparteiischen Erol Sahin anzusehen. Im Achtelfinale des Krombacher Kreispokals hätte der Tabellenführer der Kreisliga A2 den vier Ligen höher spielenden Oberliga-15., den Holzwickeder SC, durchaus aus dem Wettbewerb schießen können. Doch weder eine lange Überzahl, gute Chancen, noch einen Elfmeter konnte der wacker kämpfende KSC nutzen. Stattdessen musste der Gastgeber das 0:1 durch einen Treffer von Marcel Duwe in der 52. Minute schlucken. Gleichzeitig war der Treffer das Tor des Tages.

Duwe schrieb dann die Geschichte des Spiels gleich weiter. Nur fünf Minuten nach dem Führungstor bekam er nach Halten seines Gegenspielers die gelb-rote Karte – den gelben Karton hatte er bereits in der ersten Hälfte nach einem Foul an seinem Gegenspieler gesehen (57.). Damit endete der Arbeitstag für den Mittelfeldmotor des HSC vorzeitig – und Holzwickede musste über eine halbe Stunde mit zehn Mann weiterspielen.

HSC in Halbzeit eins ohne Ideen – Kim Denninghoff verschießt Elfer – Dario Markovski erneut verletzt

Es war wirklich kein Spiel für Fußballästheten. Der Kamener SC hatte einen klaren defensiven Matchplan mit einer Vierer- und davor einer engmaschigen Fünferkette. Der KSC lauerte auf Konter – und dem HSC fehlten die brillanten Ideen. Dario Markovski scheiterte ebenso mit einem Kopfball (14.) wie auch Philipp Gödde, der überraschend auf dem ungeliebten Kunstrasenplatz sein Comeback nach Verletzung gab (19.). Bitter für den HSC, dass Dario Markovski wenig später in der 20. Minute ausgewechselt werden musste, da erneut der Oberschenkel mächtig zwickte. Für ihn kam Moritz Müller früh ins Spiel.

Bei Temperaturen um 12 Grad und nasskaltem Herbstwetter fröstelte es Zuschauern, doch es kam noch eine Situation, die den Puls für alle in die Höhe trieb. Jan („JJ“) Jacob nahm sich ein Herz, bekam von der überraschten HSC-Abwehr nicht mal Geleitschutz und lief plötzlich komplett frei auf den HSC-Torhüter Henrik Dißelhoff zu. Der A-Juniorentorhüter des HSC, erst vor kurzem in die Emscherquellgemeinde gewechselt, holte „JJ“ kompromisslos im 16er von den Beinen, sah „Gelb“, und plötzlich hatte der Kamener SC die riesige Chance, per Elfmeter den Oberligisten aber mal so richtig zu ärgern.

Erst Elfer verursacht – und dann wurde Keeper Henrik Dißelhoff zum Held

Kim „Kimmi“ Denninghoff, eigentlich ein sehr sicherer Schütze, legte sich das Leder zurecht. Doch Hendrik Dißelhoff hielt den gar nicht so schwach in den vom Schützen in das linke untere Eck geschossenen Ball. Da war sie gewesen, die Top-Chance. Kamens Trainer Ahmet Kahya sah das sogar als entscheidende Szene: „Der HSC wäre kaum noch zurückgekommen.“ So aber blieb es beim torlosen Ergebnis zur Halbzeit.

Auch Halbzeit zwei spielerisch ganz schwach

Das Tor von Marcel Duwe in der 52. Minute und seine gelb-rote Karte nur fünf Zeigerumdrehungen später – das waren die Höhepunkte der zweiten 45 Minuten. Philip Denninghoff hatte kurz vor Schluss mit einem Drehschuss die Ausgleichs-Chance auf dem Fuss, verzog aber um wenige Zentimeter. Dennoch musste der HSC zittern, denn zu jeder Zeit hätte ein Ball „durchrutschen“ können. In die Kamener „Box“ kam der HSC nicht wirklich ernsthaft – exakt das, was sich schon am letzten Sonntag beim 0:3 in Rheine gezeigt hatte. Es läuft wenig bis nichts derzeit in der Offensive.

So hatte am Ende der HSC mit 1:0 die Nase vorn. Wenn überhaupt etwas Gutes zu sehen war, dann ist das die Tatsache, dass der Oberligist in drei Pokalspielen 17:0 Tore erzielt hat – also keinen Gegentreffer kassiert hat.

Bisherige Achtelfinalspiele mit einigen Überraschungen

Unbedingt verhindern möchte der HSC eine Blamage, wie sie den „Klassenkameraden“ in der Oberliga, Westfalia Rhynern ereilt hat. Die Westfalia unterlag Mitte September dem TuS Wiescherhöfen mit 3:5.
Alle weiteren Begegnungen:
BV 09 Hamm – SuS Kaiserau 0:8
Wiescherhöfen – Westfalia Rhynern 5:3
SVF Herringen – Königsborner SV 1:0
Eintracht Werne – Bockum-Hövel 0:1
TSC Kamen – Hammer SpVg (5. Oktober)

André Schneider wieder dabei

Die gegen Rheine kurz vor Schluss erlittene Verletzung von André Schneider hat sich nicht als so schlimm erwiesen. Das ergaben entsprechende Untersuchungen. Schneider wird gegen Sprockhövel wieder im Kader stehen

Trainerstimmen
Ahmet Kahya (Kamener SC): Riesenkompliment an meine Mannschaft. Wir haben uns sehr teuer verkauft. Wir hatten einen sehr guten Matchplan. Dem HSC ist nicht viel gegen uns eingefallen. Schade, dass wir unseren Elfmeter nicht verwandeln konnten. Ich weiß nicht, ob der HSC noch mal zurückgekommen wäre.
Marc Woller (HSC): Wir haben es uns heute Abend erneut wieder richtig schwer gemacht. Wir hatten erneut Probleme, in den gegnerischen Strafraum zu kommen und somit Chancen zu kreieren. Das Ergebnis stimmt natürlich, aber wir müssen hart weiterarbeiten und uns nun auf die TSG Sprockhövel in der Meisterschaft vorbereiten.

KSC: Carsten Schrader, Hasan Bastürk, Ahmet Cirak, Philip Denninghoff, Tom Milder, Furkan Kücükyagci (76. Raphael Krause), Jonas Thorsten Hahn, Nico Lenz, Jan Jacob (76. Maurice Hümmer), Aziz Aktas, Kim Denninghoff.
HSC: Henrik Dißelhoff, Enis Delija, Marcel Duwe, Dario Markovski (20. Moritz Müller), Tim Wachter, Philipp Gödde (76. Dario Biancardi), Robin Schultze, Henri Böcker, Maurice Majewski (46. Tomislav Ivancic), Damjan Illic, Lucas Arenz.
Tor: 0:1 (52.) Duwe (52.).
Schiedsrichter: Erol Sahin (VfK Nordbögge).
Zuschauer: 100.
Besondere Vorkommnisse: Gelb-Rot gegen Marcel Duwe (57.).

Bildzeile: Begrüßung der Kapitäne – Links Robin Schultze/HSC und rechts Kim Denninghoff/KSC vor dem Anpfiff. In der Mitte Schiedsrichter Erol Sahin.

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