Einmalig – Helmut Schmidt hält dem SuS Oberaden seit 80 Jahren die Treue

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Allgemein: Das ist eine Seltenheit, ja, vielleicht sogar einmalig in Deutschland. Helmut Schmidt (91) ist seit 80 Jahren Mitglied des SuS Oberaden. Der  rüstige Jubilar wurde mit der Goldenen Verdienstnadel des Deutschen Fußball-Bundes geehrt, die ihm Horst Weischenberg, Vorsitzender des Fußballkreises Unna/Hamm,  stellvertretend beim Delegiertentag des Vereins an sein Revers heftete. Dort prangen bereits  einige Nadeln, die  von seinem langjährigen sportlichen Wirken zeugen.

„Helmut Schmidt hat dem Verein SuS Oberaden nicht nur gedient, er hat ihm auch die Treue gehalten“, verlas Horst Weischenberg  Zeilen von der Urkunde, die DFB-Präsident Wolfgang Niersbach eigenhändig unterschrieben hatte.  Und der Kreisvorsitzende ergänzte: „Helmut Schmidt war nicht nur Mitglied des SuS Oberaden, sondern er hat den Verein mitentscheidend geprägt.“ Nach seiner aktiven Laufbahn  übernahm er Funktionärstätigkeiten. Den Vorsitz hatte er inne, Jugend- und Organisationsleiter war er, Trainer. So wurde seine Mannschaft 1978 etwa ungeschlagen Meister in der Kreisliga B. Überhaupt: Es gab kaum ein Amt im Club, das Horst Schmidt nicht bekleidet hätte. Weischenberg: „Er hat die Fahne für das Ehrenamt stets hoch gehalten.“

Bekannt wurde Helmut Schmidt, bekennender Schalke-Fan, auch als Schiedsrichter. 15 Jahre lang leitete er Spiele in der damaligen Oberliga West, dem Vorläufer der heutigen Bundesliga  und ließ Clubs wie Schalke, Borussia Dortmund oder 1. FC Köln nach seiner Pfeife tanzen.

Am 01. Januar 1933 trat der heute 91-Jährige dem Verein bei. Damals hieß er noch Rasensport 31 Heil. Der wurde zwei Jahre später zwangsaufgelöst und hieß fortan SuS Oberaden. Als Schüler und Jugendlicher lief er hinter dem Ball her, bis ihn die Kriegsmarine 1940 einzog. Gleich nach dem Kriegsende war er aber schon wieder unter seinen SuSlern. Die Leidenschaft für den Fußball  war seine Antriebsfeder und er baute  mit eine erste Mannschaft auf, kickte dort selbst noch bis 1950.

„Kanzler von Oberaden

Sitzt man mit Helmut Schmidt zusammen, dann muss man viel Zeit mitbringen, wie Herbert Littwin, der Vorsitzende des Gesamtvereins SuS Oberaden, verriet.  Er hat stets viel zu erzählen, der „Kanzler von Oberaden“, wie er auch liebevoll wegen der Namensgleichheit mit dem Alt-Bundeskanzler Schmidt genannt wird . 80 Jahre Vereinstreue, da tun sich viele Geschichten auf. Und wenn er plaudert, dann glänzen seine Augen. Er schämt sich auch nicht, wenn  mal eine Träne vor Rührung die Backe herunter läuft. Gut zu sehen bei seiner Ehrung, wo Uli Pelster, der Fußball-Abteilungsleiter, ebenso wie der Kreisvorsitzende gratulierte. In die Schar reihte sich auch  Bergkamens Bürgermeister Roland Schäfer ein, der es sich nicht nehmen ließ, persönlich zu diesem „außergewöhnlichen Jubiläum“, wie er es nannte, zu gratulieren. Er zeichnete Helmut Schmidt mit der Silbernen Ehrennadel für besondere Leistungen und Verdienste um die Stadt aus.

Im Bild: (vli.) Uli Pelster, Helmut Schmidt, Herbert Littwin und Horst Weischenberg

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