Doppelter Tomislav Ivancic schießt HSC zum 2:1-Sieg gegen Victoria Clarholz

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Fußball-Oberliga: TSV Victoria Clarholz – Holzwickeder SC 1:2 (0:1). Dank zweier Tore des überragenden Tomislav Ivancic fuhr der Holzwickeder Sport Club den ersten Dreier in der neuen Oberliga-Spielzeit ein. Gastgeber Victoria Clarholz, in der letzten Saison noch mit 0:3 im Montanhydraulik-Stadion unterlegen, machte es den ganz in Blau gekleideten Holzwickedern vor exakt 273 Zuschauern allerdings sehr schwer. Mit etwas Glück, kämpferischem Einsatz und einer Portion Cleverness nahm der HSC am Ende den Dreier gerne mit auf die rund 70 Kilometer lange Heimfahrt.

Das Wetter war an diesem Sonntag ein Spiegelbild des Matches. Sonne, Wolken und auch Regenschauer standen sinnbildlich für das, was beide Teams da auf dem Rasenplatz des Holzhofstadions ablieferten. Es war auch ein typisches Auftaktspiel für eine neue Spielsaison: sehr zerfahren, kämpferisch von beiden Seiten und für Fußball-Ästheten eher Magerkost.

Clarholz musste früh zwei ihrer Besten auswechseln

TSV-Trainer Christopher Hankemeier hatte es im Vorfeld bereits befürchtet: „90 Minuten Fußball funktionieren aktuell noch bei den wenigsten.“ Und es kam genauso: Zwei seiner besten Spieler, der Ex-Gütersloher Marco Pollmann (29.) und vorher bereits Jannes Kohlmeyer (10.) mussten früh mit Verletzungen passen. Gentrit Muja ereilte das Schicksal dann in der 79. Minute. Alle drei werden jetzt wohl erst einmal fehlen.

Ein Spieler hatte sich sichtbar etwas vorgenommen: Tomislav Ivancic. Bereits in der 5. Minute scheiterte er an Marius Weeke im Clarholzer Kasten. André Warkentin prüfte dann HSC-Keeper Kevin Beinsen, der mit Fußabwehr rettete (16.). Der für Jannes Kohlmeyer eingewechselte Andrej Dreichel fand in Beinsen in der 40. Minute ebenfalls seinen Meister.

Philipp Gödde verpasst – doch Tomislav Ivancic steht goldrichtig

Und doch war es der HSC, der das erste richtige Ausrufezeichen setzte. Robin Schultze setzte sich auf der linken Seite energisch durch und flankte scharf in die Mitte. Dort verpasste Philipp Gödde, doch dahinter stand Tomislav Ivancic, der zur Führung einschoss (45+2). Es war ein Tor zum psychologisch besten Zeitpunkt.

HSC stellte in der Halbzeit um – doch es wurde dramatisch

Das HSC-Trainerteam Marc Woller und Daniel Frieg nahm in der Pause, auch in Erwartung eines stürmischen Gastgebers, einige taktische Umstellungen vor. Doch der HSC verfiel in alte Handlungsmuster, die bereits in der Vorbereitung in einigen Spielphasen zu sehen waren. Da wurde nicht mehr eng an den Gegenspielern gearbeitet und viel zu viel Raum gelassen. Clarholz nahm es dankend an. Robin Schultze hatte einen kompletten Blackout und passte in die Mitte. Dort nahm Oliver Cylkowski das Leder dankend auf und spurtete allein auf Kevin Beinsen zu – verzog aber um wenige Zentimeter. In der 65. Minute war es aber soweit: Marlon Herzog bekam das Leder, wurde nicht angegriffen und schoss ins linkere untere Eck ein – dabei erwischte er Kevin Beinsen auch noch auf dem falschen Bein.

Bildzeile: Jubel beim HSC und Dank an die mitgereisten Fans nach dem 2 : 1 in Clarholz.

Clarholz drückte, war aber vor dem Tor zu ungefährlich. Dennoch hätte jederzeit erneut ein Ball „durchrutschen“ können, denn der TSV war klar „Herr im Haus“. Dann aber die 76. Minute: Der HSC startete einen Entlastungsangriff. Philipp Gödde sah Tomislav Ivancic, der eiskalt mit einem harten Schuss unter die Latte das 2:1 für den HSC erzielte.

Spektakuläre Schlussphase

Zwei Szenen gab es dann doch noch. Oliver Cyxlowski passte auf Eugen Dreichel, der in den scharfen Pass sprintete, aber das Leder hoch über den Holzwickeder Kasten setzte. Das hätte der Ausgleich sein können, ja eigentlich müssen.

Und dann noch eine böse Szene: Der eingewechselte Henri Böcker und Andrej Dreichel lieferten sich einen Zweikampf, bei dem Dreichel zu Fall kam. Dreichel trat nach – und bekam „Rot“. Eine korrekte Entscheidung in der Nachspielzeit (90+2).

Es blieb beim 2:1-Auswärtserfolg für den HSC und zunächst Platz 8. Am kommenden Sonntag, 5. September, erwartet der HSC im Montanhydraulik-Stadion den TuS Ennepetal, der im ersten Spiel knapp mit 3:2 gegen Westfalia Rhynern gewonnen hat.

Trainerstimmen
Marc Woller (HSC): In der ersten Halbzeit hatten wir schon viel Spielglück. Das Tor kam zu einem psychologisch ganz wichtigen Zeitpunkt. Wir haben dann in der Pause umgestellt und wollten mehr Druck ausüben. Doch wir waren zu weit von den Gegenspielern entfernt und haben ihnen zu viel Raum gelassen. Die ersten drei Punkte sind nun sehr beruhigend und macht uns unsere Arbeit leichter. Von einem echten Spitzenteam sind wir allerdings noch weit entfernt.
Christopher Hankemeier (Victoria Clarholz): Null Punkte, drei Spieler verletzt verloren: Das ist schon extrem bitter. Wir haben zwei entscheidende, schwere Fehler gemacht – und beide führten zu Gegentoren. Das 1:0 gegen uns kam wie aus dem Nichts und war kein gerechtes Halbzeitergebnis. In der zweiten Hälfte war alles sehr zerfahren. Am Ende steht ein 1:2 – doch wir werden natürlich nach dem ersten Spieltag nicht alles in Frage stellen. Aber ich sage auch: So brutal ist die Oberliga, jeder Fehler wird bestraft.

Victoria Clarholz: Markus Weenke, Gentrit Muja (79. Leon Heinemann), Steffen Brück, André Warkentin (79. Dennis Bonin), Robin Mrozek, Oliver Cylkowski, Marco Pollmann (29. Andrej Dreichel), Jan Grunwald, Marlon Herzog, Eugen Dreichel, Jannes Kohlmeyer (10. Johannes Ströker)
HSC: Kevin Beinsen, Moritz Müller, André Schneider, Enis Delija, Philipp Gödde, Marcel Duwe, Tomislav Ivancic (87. Maurice Majewski), Leon Gensicke (61. Henri Böcker), Nils Hoppe, Robin Schultze, Lucas Arenz.
Tore: 0:1 Ivancic (45+2), 1:1 Herzog (65.), 1:2 Ivancic (76.).
Besondere Vorkommnisse: Rot für Andrej Reichel (Clarholz): Nachtreten (90+2).
Schiedsrichter: Cengiz Kabalakli (ETuS Gelsenkirchen).

Bildzeile: Tomislav Ivancic (re.) zeigte in Clarholz ein überragendes Spiel, nicht nur wegen seiner beiden Tore.

 

 

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