Doppel-Donnerwetter nutzt nichts – HSC verliert mit 0:3 und lässt das Abstiegsgespenst wieder über dem Montanhydraulik-Stadion schweben

Fußball-Oberliga: Spielvereinigung Hamm – Holzwickeder Sport Club 3:0 (2:0). Man kann es sich auch selber richtig schwer machen und das Abstiegsgespenst wieder zu sich einzuladen. Während die Aktiven der Hammer Spielvereinigung mit einem verdienten 3 :0-Erfolg gegen den Holzwickeder Sport Club ihre Chance auf den Klassenerhalt trotz 3-Punktabzug wahrten und nun am letzten Spieltag ein Endspiel in Gütersloh haben, muss der HSC als nun 14. wieder mal zittern. Drei Punkte, sechs Tore beträgt der Vorsprung vor Hamm – und das ist keinesfalls unmöglich, aufgeholt zu werden.

Der HSC muss also gegen Brünninghausen am kommenden Sonntag, 26. Mai, den berühmten einen Punkt holen. Falls das Spiel verloren gehen sollte, muss man aufpassen, dass es nicht „zu hoch“ wird. Ein Rechenbeispiel: Ein nach den mäßigen eigenen Leistungen in Hamm durchaus mögliches 0 : 3 und gleichzeitiger 3  : 0-Erfolg von Hamm beim FC Gütersloh, der gerettet ist, wäre aufgrund der Tordifferenz und den mehr geschossenen Toren von Hamm das Ende der HSC-Oberliga-Träume. Gewinnt allerdings das bereits abgestiegene Gievenbeck zuhause gegen Rheine, würde es wiederum für den HSC für den Klassenerhalt reichen. Doch Eintracht Rheine wird kaum verlieren: Das Team gewann am Sonntag in der 96. Minute per Elfmeter gegen Herne mit 3 : 2 und ist voller Selbstvertrauen und „wild entschlossen“.

Guter HSC-Beginn – dann ging es bergab

Doch zum Spiel. In den ersten Minuten merkte man dem Holzwickeder SC an, dass er einen Fehlstart in die Begegnung unbedingt vermeiden wollte. Die Schmeing-Mannen hielten gut dagegen und hatten die erste Chance. Flanke Robin Rosowski, in der Mitte hatte sich Justin Pfaff nach vorne geschlichen, doch in letzter Minute ging Hamms Keeper Jarno Peters dazwischen (4.). Und dann war es doch passiert: Der HSC vertändelte den Ball im Mittelfeld, Joel Grodowski erkämpfte sich energisch das Leder, und ab ging die wilde Fahrt Richtung Tor von Kevin Beinsen. Es war nahezu eine Kopie der Hammer Führung im letzten Heimspiel gegen Schermbeck. Gegen den platzierten Schuss ins lange Eck hatte Beinsen auch nicht den Hauch einer Chance (10.). Der HSC versuchte, mitzuspielen. Enis Delija passte auf Tom Niklas Kaluza, doch auch hier war ein Abwehrbein der Hammer SpVg im letzten Moment dazwischen.

Schnelles 2 : 0 für Hamm – die eiskalte Dusche mit Blitz und Donner

Es begann in der 24nexx-Arena zu donnern und zu regnen – und der HSC bekam die nächste, eiskalte Dusche. Es war mal wieder ein Standard: Ecke Hamm, der Ball wurde zu kurz abgewehrt, Joel Grodowski stand mittig richtig, und knallte das Leder erneut unhaltbar in die Maschen (20.). Darauf gab es zwei Donnerwetter: Eines vom bedienten HSC-Trainer Axel Schmeing für seine viel zu sorglose Truppe und das Zweite vom Himmel. Es blitzte, donnerte, und der Regen wurde immer heftiger. Schiedsrichter Waldemar Stor beschloss, das Spiel zu unterbrechen.

Es hätte eine willkommene Auszeit für Holzwickede sein können – zumindest in der Theorie. Es wurde nicht besser. Es war das Abbild der ersten 45 Minuten in Gütersloh. Bälle in die Tiefe gab es nicht, vorne im Sturm herrschte Flaute und insbesondere die rechte Abwehrseite wirkte müde und ausgebrannt nach einer langen Saison. Dass Hamm nur durch Leon Tia eine einzige Chance hatte, lag daran, dass Hamm sich auf Spielkontrolle verlegte, ohne besondere Gefahr auszustrahlen. Es blieb also beim 2 : 0 – mehr als eine Entscheidung.

HSC mit mehr Chancen in der zweiten Hälfte – aber mäßig im Abschluss

Die zweite Hälfte gestaltete der HSC aus Holzwickede offener. Sebastian Hahne zwang Hamms Keeper Jarno Peters zu einer tollen Parade (50.). Doch dann kam wieder mal ein Aussetzer. Tom Niklas Kaluza spielte unbedrängt in der eigenen Hälfte auf Pascal Schmidt, der scheiterte am glänzend parierenden Kevin Beinsen. Dann nahm sich der zur Halbzeit eingewechselte Mirco Gohr ein Herz, doch wieder war Jarno Peters im Hammer Tor auf dem Posten und rettete mit den Fingerspitzen. Nico Bergorst traf dann nur das Außennetz (79.). Und dann kam die 82. Minute. Ersan Kusakci, gerade in der 71. Minute für Enis Delija eingewechselt, nahm den „Schlappen“ gestreckt viel zu hoch gegen Murat Yildirim. Schiedsrichter Waldemar Stor, der schon drei Rote Karten in dieser Spielzeit verteilt hatte, zückte sofort den roten Karton. Damit endete die aktive Zeit von Ersan Kusakci für den HSC, der zu Roda Kerkrade wechselt (wir berichteten) vorzeitig vor dem letzten Spieltag. In der 84. Minute passte Sebastian Hahne nach schönem Solo auf Nico Berghorst – doch der schoss in die Wolken. Pascal Schmidt machte dann für Hamm mit einem schönen Konter und dem 3 : 0 den Deckel auf das Spiel (85.).

Auch abseits des Spiels „Stimmung“

Geprägt war das Spie auch von sehr engagierten Bänken auf beiden Seiten. So soll Hamms Trainer René Lewejohann Axel Schmeing tief unter der Gürtellinie beleidigt haben. Axel Schmeing blieb darauf mit seinem „Co“ Mario Niedzialkowski der Pressekonferenz fern. Trainer René Lewejohann nahm‘s gelassen und bestritt das Pressegespräch kurzerhand allein: „Sie können sich alle nicht vorstellen, unter welchen großen Anspannungen wir alle im Abstiegskampf stehen. Das ist fast schon unmenschlich.“

Nicht ganz zufriedenstellend für die Hammer SpVg war die Zuschauerzahl. Der Verein mit dem zweitbesten Zuschauerschnitt begrüßte gegen Holzwickede in diesem Schicksalsspiel nur 315 Besucher.

Trainerstimmen
Axel Schmeing (HSC): Beleidigen lasse ich mich nicht. Daher bin ich auch nicht zur Pressekonferenz gegangen. Mein Kommentar zum Spiel ist kurz und einfach. In der ersten Halbzeit war das ein Kollektivversagen meines Teams. In der zweiten Halbzeit wurden wir besser, haben uns bemüht. Wir haben aber wieder viele Chancen nicht genutzt.
René Lewejohann (Hammer SpVg): Der HSC hat gar nicht so schlecht begonnen und damit auch besser, als wir es eigentlich erwartet hatten. Die Führung war schon etwas glücklich, da individuelle Fehler beim Gegner vorlagen. Die Unwetter-Unterbrechung kam uns nach dem 2 : 0 sehr gelegen. Wir haben einige Umstellungen vorgenommen und auch die Zuordnungen und das Verhalten bei Ecken geändert. In der zweiten Hälfte haben wir uns auf Konter fokussiert. Die Lage ist für uns auch nach diesem Sieg schwierig. Dennoch haben meine Jungs alles gegeben, Kompliment. Wir sind bereit für den Showdown in Gütersloh und werden den auch siegreich gestalten, da bin ich mir hundertprozentig sicher.

Hammer SpVg: Jarno Peters, Niklas Nölle, Manuel Dieckmann (77. Almin Spahic), Dennis Klossek, Leon Tia (62. Halil Can Dogan), Nils Kisker, Joel Grodowski (55. Murat Yildirum), Mike Pihl, Patrick Franke, Aldin Klajic, Pascal Schmidt.
HSC: Kevin Beinsen, Moritz Müller, Justin Pfaff (46. Edgar Krieger), Robin Rosowski, Enis Delija (71. Ersan Kusakci), Patrick Sacher (46. Mirco Gohr), Sebastian Hahne, Nils Hoppe, Tom Niklas Kaluza, Nico Berghorst.
Tore: 1 : 0 Grodowski (10.), 2 : 0 Grodowski (20.) 3 : 0 Pascal Schmidt (85.)
Besondere Vorkommnisse: Schiedsrichter Waldemar Stor unterbricht das Spiel ab der 21. Minute für 30 Minute wegen Gewitter und Starkregen. Rot für Ersan Kusakci (HSC), Foul (82.)
Bestnoten HSC: Kevin Beinsen, Sebastian Hahne.

Bild: Holzwickedes Nieols Hoppe (re.) treibt den Ball Richtung Hammer Tor.

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