„Doc“ Thorsten Schwarz klärt über Kreuzbandverletzungen auf

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Allgemein: Kreuzbandrisse zählen bei den Fußballern zu den häufigsten Verletzungen des Kniegelenkes. Jüngstes „Opfer“ Marco Hesse, Offensivspieler des Westfalenligisten SpVg. Holzwickede. Sonntag beim entscheidenden Abstiegsendspiel gegen TuS Eving humpelte er noch im Montanhydraulik-Stadion. Einen Tag später lag er bei Dr. Thorsten Schwarz, Vereinsarzt des HSV,   in seiner Bochumer Praxis auf dem Operationstisch. „Die OP ist verlaufen“, berichtete der „Doc“, wie er beim HSV liebevoll gerufen wird,  „ich gehe davon aus, dass Marco in sechs Monaten wieder fit sein wird.“

Dr. Thorsten Schwarz :

Die Kreuzbänder (vorderes und hinteres Kreuzband) gelten als die zentralen Stabilisatoren des Kniegelenkes. Ein Kreuzbandriss kann demnach zu einer Instabilität im Kniegelenk führen. Folge kann dann zum Beispiel  ein vorzeitiger Gelenkverschleiß, ein Knorpelschaden oder eine Läsion des Meniskus sein.

Diagnose:

Die Diagnose eines Kreuzbandrisses wird in erster Linie durch die klinische Untersuchung und bildgebende Verfahren (z.B.: MRT) gestellt. Im Nativ Röntgen können knöcherne Beteiligungen nachgewiesen bzw. ausgeschlossen werden. Wichtig sind auch die genauen Angaben über den  Unfallhergang. Oftmals tritt ein Kreuzbandriss im Rahmen eines Sportunfalls auf.

Ist die Diagnose gestellt, kommt man zur Therapie:

Diese heißt in den meisten Fällen Operation. Mit einer Kreuzbandersatzplastik wird die für den Sportler notwendige Stabilität im Kniegelenk wieder hergestellt. Als Ersatzgewebe für das gerissene Kreuzband werden körpereigene Sehnen verwendet. Beispielsweise die Kniebeugesehnen , insbesondere die Semitendinosussehne, ggf. zusätzlich die Gracilis-Sehne oder alternativ  auch die Quadrizeps oder die Patellasehne. Die Kreuzbandersatzplastik wird arthroskopisch durchgeführt. Das Sehnentransplantat wird durch  die unter arthroskopischer Sicht angelegten Bohrkanäle im Oberschenkel und im Schienbein geführt. Dann erfolgt die Fixierung  zum Beispiel mit bioresorbierbaren Schrauben oder  auch Titanplättchen, sogenannten Buttons. Eine Materialentfernung ist meistens nicht nötig.

Nachbehandlung:

Die Nachbehandlung ist ebenfalls sehr wichtig. Unmittelbar nach der Operation wird dem patienten eine Orthese (spezielle Schiene) angelegt. In der ersten Phase nach der Operation soll zunächst die Schwellung zurückgehen, dann die Beweglichkeit gesteigert werden. In den ersten 2 Wochen nach der Operation sollte zunächst Teilbelastung des betroffenen Beines durchgeführt werde. Die Beweglichkeit in den ersten 6 Wochen nach der Operation ist limitiert. Hilfreich ist Physiotherapie. Wichtig sind u.a. die Verbesserung der Beweglichkeit, Koordination sowie auch der Muskelaufbau.

In der Regel ist eine stop und go Sportart wie Fußball dannrund sechs Monate nach erfolgter Operation wieder möglich,  Radfahren und Joggen deutlich früher. Vor Rückkehr in den Sport sollte aber Rücksprache mit dem Operateur gehalten werden.

Dr. med. Thorsten Schwarz www.orthopädie-bo.de   Husemannplatz 5a 44787 Bochum Fon: +49-234-15068

Bild: Dr. Thorsten Schwarz (li.) – hier mit HSV-Cheftrainer Ingo Peter – , ein Arzt, dem nicht nur der HSV vertraut.

 

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