Diskriminierung beim Fußball: „Dürfen nicht wegschauen“ – Anlaufstellen bei Gewaltvorfällen geschaffen

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Fußball: Die DFB-Landesverbände – darunter auch der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) – haben basierend auf den Handlungsempfehlungen für Gewalt- und Diskriminierungsvorfälle Anlaufstellen eingerichtet. Die Vernetzung und Qualifizierung der 21 Stellen läuft auf Hochtouren. Zudem muss das Angebot bekannter gemacht werden. Bei Gewaltvorfällen ist Alexander Lüggert für westfälische Vereine, Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter sowie Funktionärinnen und Funktionäre per E-Mail (alexander.lueggert(at)flvw.de) und unter der Telefonnummer (0 23 07) 371 244 zu erreichen.

„Wer unseren Sport liebt, darf nicht wegschauen“, sagt Günter Distelrath. Der Präsident des Norddeutschen Fußball-Verbands verantwortet im DFB-Präsidium den Bereich Anti-Diskriminierung. „Die Meldung von Vorfällen durch die Schiedsrichter und die Ahndung durch die Sportgerichte deckt vieles ab. Aber eben nicht alles. Durch das Netzwerk der Anlaufstellen ist der Fußball nun noch stärker aufgestellt. Wer einen Vorfall von Gewalt, Diskriminierung, Rassismus oder Extremismus erlebt, der soll – und muss eigentlich – eine Meldung bei der Anlaufstelle seines Landesverbands abgeben.“

Auch Zuschauer können Diskriminierung melden

Die Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter meldeten für die Saison 2019/2020 lediglich bei 0,45 Prozent aller bundesweit erfassten Spiele einen Gewalt- oder Diskriminierungsvorfall. Bei den Landesverbands-Anlaufstellen sollen insbesondere alle Vorfälle, die nicht in den Spielbericht eingehen konnten, zum Beispiel auch Gewalt- oder Diskriminierungsvorfälle nach dem Spiel und abseits des Platzes, gemeldet werden. Das gibt auch weiteren Vereinsverantwortlichen und Zuschauern die Möglichkeit, Vorfälle zu melden.

Der DFB und seine Landesverbände erhoffen sich, so schneller und häufiger Kenntnis von Vorfällen zu erhalten, um diese adäquat bearbeiten und Betroffene unterstützen zu können. Mit dem gesteigerten Wissen aus der Praxis sollen dann zum einen die alternativen Sanktionsmöglichkeiten gemeinsam mit der Sportgerichtsbarkeit ausgebaut und zum anderen die Präventionsmaßnahmen angepasst werden.

Bildzeile: Alexander Lüggert ist Ansprechpartner der FLVW-Anlaufstelle bei Gewaltvorfällen / Foto FLVW

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