„Die Zuschauer tun mir leid“: HSC dennoch skeptisch gegenüber Wintertransfers

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Fußball: Skeptisch zu Wintertransfers äußerte sich jetzt der Holzwickeder Sport Club. Auch wenn die sportliche Lage des Oberligisten nach dem 0:6 im vorgezogenen Spiel zuhause gegen die U21 des SC Paderborn prekär ist, so setzt der Verein doch auf den bisherigen Kader.

Tim Harbott, Sportlicher Leiter, erklärte: „Eine lange, fast unglaubliche Ausfallliste aufgrund von Verletzungen, Sperren und auch Urlauben haben nahezu die gesamte Saison verhindert, dass wir nicht einmal in der vermeintlichen Top-Besetzung antreten konnten. Wenn wir erst einmal wieder alle Spieler zusammen haben und alle ihr Potential ausspielen, sieht es wieder besser aus.“ Und Karl Lösbrock aus der Sportlichen Leitung erklärte beim gleichen jüngsten Pressegespräch: „Es gibt drei Ziele. Klassenerhalt für die Erste und für die Zweite sowie Aufstieg der A-Junioren in die Landesliga. Punkt.“

Gegenüber Wintertransfers äußerten sich beide skeptisch. „Wir sind doch alle lang genug im Fußballgeschäft. Wir müssen doch einmal ehrlich schauen, wer noch oder bereits wieder im Winter auf dem Markt ist. Da gibt es doch Gründe für“, so Lösbrock. Und Tim Harbott ergänzt: „Genau. Da muss man schon sehr genau hinsehen.“ Aber er schränkt auch ein: „Sollte tatsächlich ein Spieler auf dem Markt sein, der von der menschlichen, spielerischen und auch finanziellen Seit interessant ist, werden wir uns mit dieser Personalie beschäftigen.“ Einig sind sich Lösbrock und Harbott aber: „Marc Woller hat als kompetenter Trainer unser volles Vertrauen. Was die Mannschaft betrifft, hoffen wir alle, dass bald wieder alle zur Verfügung stehen.“

Eng eingebunden in die Diskussion um etwaige Wintertransfers wird der neue Sportliche Direktor Benjamin Hartlieb sein. Einen Blick wird er auch auf mögliche Transfers im kommenden Sommer haben – und die Gespräche beginnen auch hier in Kürze.

Komplette Mannschaft gegen Paderborn ausgefallen

Schaut man sich die Ausfallliste des HSC beim Spiel gegen Paderborn mit Nils Hoppe, Enis Delija, der kurzfristig eine Mandelentzündung bekommen hatte, Moritz Müller, Leon Gensicke, Mathieu Bengsch, Lucas Arenz, Henri Böcker, Jonathan Kyeremateng, Dario Markovsky und Lennart Uedickoven, dann konnte das gegen eine junge, motivierte Paderborner Elf mit jungen, hungrigen 18- und 19-jährigen Spielern, die jeden Tag Training haben und exzellent ausgebildet sind, gar nicht gutgehen. So musste sich HSC-Coach Marc Woller in der Reserve „bedienen“ – die aber spielt in der Bezirksliga um den Klassenerhalt. So gab es ein 0:6 gegen eines der Top-Teams der Oberliga Westfalen – und die leisen Hoffnungen nach dem Auswärtssieg in Münster (3:0) waren wieder dahin.

Fast schon schwarzer Humor: „Hoffentlich sehen wir uns noch mal wieder, denn Holzwickede ist ein angenehmer Gegner“

Für Schmunzeln in der anschließenden Pressekonferenz sorgte SCP-Trainer Michel Kniat, als ihm erst später die Doppelbedeutung seiner Aussage klar wurde: „Hoffentlich sehen wir uns noch mal wieder, denn Holzwickede ist ein angenehmer Gegner.“ Als sich einige der rund 45 VIP-Gäste im vollen VIP-Raum ein Lächeln nicht verkneifen konnten, relativierte Kniat sofort: „Nein, ich meine damit die sehr gute Infrastruktur hier in Holzwickede und die Menschen, die sehr nett sind und uns sportlich-fair empfangen und behandelt haben.

Nun gegen zwei Gegner, denen auch das Wasser bis zum Hals steht: in Meinerzhagen und letztes Heimspiel gegen Herne

Weniger zum Lachen war dem nach der siebten Heimniederlagen und den letzten 0:5, 0:6  und 0:6-Ergebnissen geknickten Marc Woller zumute. „Wir waren einfach nicht wettbewerbsfähig.“ Doch er blickt nach vorne: „Wir stehen das durch. In Meinerzhagen am Sonntag, 5. Dezember und Herne, 12. Dezember, hoffe ich, wieder viele Rückkehrer im Team begrüßen zu können. Wir haben noch viel Arbeit vor uns.“

Und Richtung Fans meinte er entschuldigend: „Die Zuschauer tun mir wirklich leid. Aber gegen Paderborn war nicht mehr möglich, allein schon aus personeller Sicht.“

Bildzeile: Marc Woller (2.v.li.) im Kreis seiner überaus nachdenklichen Spieler, auch mit dem HSC-Vorsitzenden Udo Speer (r.). „Wir haben noch viel Arbeit vor uns“, sagt der Chefcoach nach dem 0:6 gegen die U21 des SC Paderborn.

 

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