Derby als Krisengipfel: HSC und HSV brauchen dringend Trendumkehr – verlieren verboten

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Fußball, Oberliga Westfalen: Hammer SpVg – Holzwickeder SC (Sonntag, 10. Oktober, 15 Uhr, 24nexx-Arena, Rasenplatz, Jürgen-Graef-Allee 4, Hamm). Mit solider Defensivarbeiten haben die beiden sonntäglichen Kontrahenten in dieser Spielzeit bislang noch herzlich wenig am Hut. Im Schnitt kassierte der Holzwickeder SC drei Tore pro Spiel. Mit statistischen 2,3 Gegentreffern steht die Hammer SpVg nur geringfügig besser da. Vier beziehungsweise drei „Buden“ müssten also beide Offensivreihen mindestens pro Match schießen, um die volle Punktzahl zu erreichen. Jeder Fußballkenner weiß: In dieser ausgeglichenen Oberliga-Westfalen ist das eher die Ausnahme. Und damit sind die Ränge 14 (Hamm) und 16 (Holzwickede) die nur logische Konsequenz aus Abwehrschwäche und einer Offensive, die gar nicht so viel treffen kann wie es „hinten scheppert“. Da passt es irgendwie, dass beide Teams einen Fünferpack am letzten Spieltag kassierten: der HSC daheim mit 0 : 5 gegen die TSG Sprockhövel und die Hammer SpVg mit einem 2:5 bei Westfalia Rhynern.

„Fünferpack-Teams“ suchen Weg aus der Krise

Es ist also wirklich ein Derby ganz im Zeichen der Krise, das die erwarteten zahlreichen Zuschauer in der 24nexx-Arena erwartet. Die Hammer SpVg quälte sich unter der Woche zu einem 7:6 nach Elfmeterschießen beim Bezirksligisten TSC Kamen in das Viertelfinale des Krombacher Kreispokals. Beim HSC war unter der Woche die Aufarbeitung des 0:5 gegen Sprockhövel angesagt. Die Kiebitze beim Training, insbesondere am Donnerstagabend, sahen allerdings sehr engagiert zu Werke gehende Holzwickeder und auch eine gute Stimmung im Team.

Hamm ganz kurios trotz 827 Tagen (!) ohne Sieg weiter in der Oberliga

Corona und die entsprechenden Maßnahmen haben allen Menschen viel abverlangt. Auch der Hammer SpVg und allen Aktiven und Verantwortlichen. Aber dem Oberliga-Team hat es geholfen: Zwei Jahre hatte Hamm nicht gewonnen, war in der Tabelle abgeschlagen und hatte die Westfalenliga schon vor Augen. Die letzte Saison wurde coronabedingt nicht zu Ende gespielt – und es gab keine Absteiger. Ebenfalls kurios: Einen der letzten Siege vor dieser Negativ-Serie feierte Hamm ausgerechnet gegen Holzwickede mit einem 3:0-Heimerfolg am 19. Mai 2019. Es folgte ein 3:0 beim FC Gütersloh – und der Klassenerhalt. Dann begann die schaurige Serie mit 827 Tagen der Sieglosigkeit. Die endete am ersten Spieltag der 21/22-Serie mit einem 4:0-Heimsieg gegen den TuS Erndtebrück.

Hammer SpVg trifft im Schnitt 2,1 Mal pro Spiel – und hat schon zweimal 4:0 daheim gewonnen

Die Offensive von Hamm macht derzeit die Defensivschwächen einigermaßen wett. Exakt 2,1 Tore stehen bei sechs Spielen zu Buche. Bester Torschütze ist Vincent Akrofi Frank Ocansey mit vier „Schüssen zum Glück“.

Der Gast aus Holzwickede muss gegen diese „neue“ Hammer SpVg auf der Hut sein. Beide bisher erzielten Siege wurden in der 24nexx-Arena erzielt – und beide Matches endeten 4 : 0 (gegen Erndtebrück und Herne). Angesichts der Defensiv-Defizite des HSC sind das keine guten Vorzeichen.

Luca Hildebrandt spielt nicht mehr für Hamm

Der Gastgeber aus Hamm verzeichnete in dieser Woche einen Abgang. Luca Hildebrandt, 20-jähriger Linksverteidiger, wird nicht mehr auflaufen. Der aus der A-Jugend gekommene Spieler absolvierte in der vergangenen Saison noch sechs von acht Spielen. Aktuell stand er zweimal in der Startelf und wurde immer ausgewechselt. In vier Spielen saß er sogar nur auf der Bank. Diese geringe Einsatzzeiten bewegten Hildebrandt nun, den Verein zu verlassen.

HSC personell wieder besser aufgestellt

Personell sieht es etwas besser beim HSC aus. Marcel Duwe kann nach abgelaufener Sperre wieder mitmachen. Auch Mathieu Bengsch dürfte wieder im erweiterten Kader sein – ein Einsatz von Anfang an kommt aber nach seiner Armverletzung wohl noch zu früh.

Gesamtstatistik: alles ausgeglichen

Schaut man sich die Statistik der bisherigen Spiele in der Oberliga Westfalen an, dann ist die ausgeglichen. Jedes Team hat dreimal gewonnen – es gab ein Remis. Zuletzt siegte der HSC mit 2:1 in Hamm (13. September 2020 nach Toren von Nils Hoppe und Nico Berghorst). Davor gab es am 6. Dezember 2019 einen 4:2-Heimsieg des HSC. Am 19. Mai 2019 hatte, wie ausgeführt, Hamm mit 3:0 in der heimischen Arena die Nase vorn – wie auch am 28. November 2018, als Hamm auswärts in Holzwickede mit 3:1 gewann.

Derby-Schiedsrichter kommt vom SV Langschede

Der Unparteiische für diese spannende Begegnung heißt Thorsten Milde. Der 32-Jährige pfeift für den SV Langschede. Milde spielte in seiner aktiven Zeit für den SV Afferde und wurde 2014 Referee. Mit 16 Jahren absolvierte er sein erstes Seniorenspiel. Mit 18 pfiff er sein erstes Bezirksliga-Spiel, mit 22 sein erstes Landesliga-Spiel und mit 28 Jahren das Premieren-Westfalenliga-Spiel. Mit 31 Jahren stieg er in der vergangenen Spielzeit 20/21 in die Oberliga auf.

Bildzeile: Am 13. September 2020 siegte der Holzwickeder SC mit 2 : 1 bei der Hammer Spielvereinigung. Die Treffer für den HSC erzielten damals Nils Hoppe und Nico Berghorst. Die zwischenzeitliche 1:0-Führung für die Hammer SpVg hatte Marcel Todte geschossen.

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