Der KreisSportBund Unna e.V. – Die Clearingstelle für das erweiterte Führungszeugnis

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Allgemein: Stichtag war der 01. Januar 2012. Alle Personen, die hauptberuflich in der Kinder- und Jugendarbeit beschäftigt sind, müssen seitdem ein erweitertes Führungszeugnis ihrem Arbeitgeber vorlegen. Dies hat natürlich auch Sportvereine oder Verbände betroffen, die über fest angestelltes Personal im Kinder- und Jugendtraining verfügen. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des KreisSportBundes Unna e.V., die im Ganztag beschäftigt sind, mussten das Zeugnis vorlegen. „Es ist eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann das erweiterte Führungszeugnis auch für die ehrenamtlichen Übungsleitungen, Betreuungen und Trainer im Sport verpflichtend wird,“ orakelte schon damals Klaus Stindt (Bild), Vorsitzender des KreisSportBundes Unna e.V. Stindt ist im Hauptberuf Leiter des Kommissariats Vorbeugung und Opferschutz der Kreispolizeibehörde und kennt sich im Thema bestens aus.

Anfang 2013 setzten sich die Jugendämter des Kreises Unna zusammen, um ein gemeinsames Konzept und eine im Inhalt gleiche Vereinbarung für die Sportvereine im Kreis Unna zu erstellen. Ende des vergangenen Jahres war es soweit, dass die Vereinbarung mit den ortsansässigen Sportverbänden und Sportvereinen, teilweise auch unter Teilnahme des KreisSportBundes Unna, kommuniziert werden konnte. Von Anfang an wiesen sowohl Stindt als auch Geschäftsführer Matthias Hartmann darauf hin, dass sie die Verwaltung der Führungszeugnisse im Verein als sehr kritisch sehen. „Das erweiterte Führungszeugnis beinhaltet nicht nur Sexualdelikte, sondern auch andere Straftaten, die vielleicht den Sportverein betreffen könnten, aber nichts mit dem Sexualstrafrecht gemein haben. Wenn im Führungszeugnis zum Beispiel eine Häufung von schweren Verkehrsdelikten aufgelistet ist, dann wird es für die „Clearingstelle“ im Verein sehr schwer, das nicht nach außen zu tragen.“ erläutert Stindt die Problematik der internen Lösung.

Der KreisSportBund Unna e.V. hat daher im Februar 2014 beschlossen, für die Sportvereine des Kreises Unna als Clearingstelle zur Verfügung zu stehen. „Wir haben eine abgesicherte Geschäftsstelle und verfügen über die Logistik, die nötig ist, um die Anträge bearbeiten zu können. Wir können jedoch noch gar nicht abschätzen, wieviel Arbeit da auf uns zukommt“, erklärt Hartmann. „Schließlich hat allein der KreisSportBund Unna e.V. 3187 Übungsleitungen im Kreis in seiner Datenbank. Und das sind lediglich die Übungsleitungen, die im Breitensport unterwegs sind. Die Trainer und Trainerinnen in den Fachsportabteilungen sind beim KreisSportBund Unna e.V.  gar nicht erfasst. Insgesamt wird die Zahl der Übungsleitungen in den Sportvereinen an die 10.000 gehen. Wenn davon rund 40 Prozent im Kinder- und Jugendbereich arbeiten, so muss von einer Zahl um die 4000 Personen ausgegangen werden.

Martin Kusber, Jugendbildungsreferent im KreisSportBund Unna e.V. und ehrenamtlich Vorsitzender des Sportverbandes Kamen, hat den Verwaltungsaufwand durchgerechnet. „Wenn wir alle Arbeitsschritte, wie das Anschreiben der Sportvereine, der Übungsleitungen, die Einsicht in das Führungszeugnis und die Mitteilungen an den Verein, berücksichtigen, müssen wir, um kostenneutral zu arbeiten, eine Bearbeitungsgebühr in Höhe von 10,00 Euro erheben. Wir werden zunächst aber mit fünf Euro pro Bearbeitung starten, da wir in der Tat absolut nicht wissen, wie das Angebot von den Sportvereinen oder Übungsleitungen angenommen wird.“

Klaus Stindt: „Wir arbeiten zur Zeit daran, Mittel und Wege zu finden, um die Kosten für die Vereine und Übungsleitungen auf Null fahren zu können. Unter anderem dazu wird es in der nächsten Woche ein Treffen mit dem Kreisjugendamt geben und wir überlegen, das Thema auch in den Gesundheitsausschuss des Kreises zu bringen. Da das aber alles nicht sofort und von heute auf morgen passieren kann, bieten wir den Übungsleitungen, die nicht auf einen Rahmenvertrag oder eine andere Vereinbarung warten wollen, bereits jetzt an, Einsicht in das Führungszeugnis zu nehmen und ihren Verein davon in Kenntnis zu setzen.

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