Dem Titelanwärter einen Punkt abgeknöpft

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Fußball-Westfalenliga 2: SV Holzwickede – TSV Marl-Hüls 1:1 (1:0). Deutlich gegenüber dem Vorsonntag verbessert präsentierte sich der HSV beim 1:1 im Duell mit einem der Titelanwärter, dem TSV Marl-Hüls. Zwar mussten die Gastgeber dem Favoriten vor allem im zweiten Abschnitt die größeren Spielanteile einräumen, doch war der Ausgleichstreffer der Gäste in der 80. Minute durch Kadir Mutluer äußerst ärgerlich, fiel er doch praktisch im Gegenzug zur größten HSV-Chance nach Wiederanpfiff durch Marijo Midenjak. Hätten die Holzwickeder hier dem 1:0 von Steffen Köhn aus der 6. Minute Treffer Nummer zwei folgen lassen, dann hätten die Marl-Hülser ihre Meisterschaftsambitionen wohl vollends begraben können.

Die Partie im Montanhydraulik-Stadion begann mit einem Paukenschlag in der 6. Minute: Nachdem zunächst ein Schuss von Sitki Üstün auf der Marl-Hülser Torlinie gerettet worden war, hämmerte Steffen Köhn das Leder nach dem folgenden Eckball volley aus 16 Meter zum umjubelten 1:0 in den Winkel. Marl-Hüls (einschließlich seines immer wieder als „Balljungen“ aktiven Trainers Holger Flossbach) war in der Folgezeit natürlich um den Ausgleich bemüht, hatte aber stets die „Nadelstiche“ des HSV fürchten. So musste TSV-Keeper Andre Bley in der 18. Minute einen Flachschuss von Markus Krawietz zur Ecke lenken, und fünf Minuten vor der Pause strich ein Freistoß von Sitki Üstün gefährlich nah am Gästegehäuse vorbei. Auf der Gegenseite waren keine klaren Gelegenheiten für die Besucher zu notieren.

Das änderte sich auch nach der Pause zunächst nicht, obwohl die Gäste nun ihren Ex-Profi Mineiro aus dem Mittelfeld auf die Liberoposition und ihren wuchtigen Mannschaftskapitän Kai von der Gathen aus dem Abwehrzentrum in die Sturmmitte beorderten. Marl-Hüls hatte jetzt meist den Vorwärtsgang eingeschaltet, lief sich aber immer wieder in der HSV-Deckung fest. Was dennoch aufs Tor kam, landete in den Armen des sicheren Amir Halilovic. Dann die 80. Minute: Der Ball kam über Krawietz zum eingewechselten Midenjak, der strebte in halbrechter Position allein auf Bley zu – und schoss den herausstürzenden TSV-Schlussmann an. Und es kam noch schlimmer: Die Holzwickeder Fans rauften sich ob dieser vergebenen Riesenchance immer noch verzweifelt die Haare, da wurde das Leder beim Gegenzug von rechts in den Strafraum geflankt, wo Mutluer freistehend Halilovic mit einem Flachschuss aus 13 Metern bezwingen konnte. Fünf Minuten später lenkte der gute HSV-Keeper einen Schuss von Lukas Diericks an und über die Latte, und dann wurde in der zweiten Minute der Nachspielzeit ein Tor von Diericks wegen Abseits nicht anerkannt.

HSV-Trainer Ingo Peter (HSV): „Meine Mannschaft hat gezeigt, dass sie alles geben wollte – und sie hat alles gegeben gegen einen Gegner, der alles versuchen musste und auf eine gute Abwehr mit einem guten Torwart gestoßen ist. Schade, dass wir die Riesenchance zum 2:0 nicht genutzt haben und postwendend dafür bestraft worden sind.“

HSV: Halilovic – Köhn (64. Hutmacher), Köhler, Hense, Kaiser, Suchy, Senga, Üstün (80. Wittchen), Lorenz (73. Midenjak),  Grasteit, Krawietz.
TSV: Bley – Flossbach (83. Fritzsche), Witjes, Temel, Mineiro, Stondzik, Diericks, von der Gathen, Ballschmiede (62. Thomaszik), Mutluer, Ural (70. Sdzuy).
Tore: 1:0 (6.) Köhn; 1:1 (80.) Mutluer.

Bild: Ein Bild mit Symbolcharakter nach dem Spiel des HSV gegen Marl Hüls (1 : 1). Holger Flossbach, Coach von Marl Hüls, verschwindet restlos enttäuscht, in den Kabinen. Im Vordergrund Freude bei HSV mit Trainer Ingo Peter.

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