Coachingzone, Folge 3: Der Abwehrkopfball

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Coachingzone, Folge 3: Der Abwehrkopfball. Es gibt Spielsituationen die in das Training gehören, aber wegen ihrer vermeintlichen „Unattraktivität“ in der Trainingsgestaltung und bei den Spielern oft nur am Rande Beachtung finden. Darunter fallen häufig viele relativ statische Situationen wie der Einwurf, der Freistoß und auch der Abwehrkopfball.

Dieses ist eine der Grundtechnik eines jeden (Abwehr)Spielers und kann trainingstechnisch attraktiv gestaltet und effektiv mit in das Training eingebunden werden. Denn führen Spieler ihn falsch aus oder klären unkontrolliert in das Zentrum, könnte dies zu mehr Problemen führen als die eigentliche Hereingabe.

Immer die Innere Linie besetzen

Ein optimaler Abwehrkopfball zeichnet sich dadurch aus, dass der Abwehrspieler sich beim Hereinfliegen des Balles ein Stück nach hinten absetzt und dann mit Anlauf aus der Tiefe in den Ball geht. Durch das Ausholen des Schussbeines gibt der Flankengeber unbewusst das Zeichen für den Zeitpunkt des nach hinten Absetzens. Der Absprung sollte einbeinig erfolgen, so erreicht man seine individuelle maximale Höhe. Vorher sollte sich der Spieler auf der inneren Linie befinden, heißt: näher zum eigenen Tor als der Gegenspieler. Dieser Ball sollte dann, wenn möglich hoch und seitlich aus der Gefahrenzone geköpft werden. Ein gut antizipierender Spieler wird sich vorher orientieren und zu einem gut positionierten Mitspieler köpfen.

Hinführende Übung

Schon das Aufwärmen kann man hinführend steuern, so baut man in die Ballgewöhnung den Kopfball einfach mit ein. Drei Spieler haben einen Ball und bewegen sich im freien Raum. Sie spielen sich den Ball aus der Bewegung zunächst im geringeren Abstand zu. Nun wird die Distanz vergrößert (20 bis 30 m). Ein Spieler spielt einen Flugball zum Mitspieler, dieser orientiert sich und führt einen Abwehrkopfball zum dritten Spieler aus. Unbedingt sollte hier bei Fehlverhalten korrigierend eingegriffen werden!

Zwei Übungen vereinen

Man markiert ein Rechteckfeld (optimal wäre ein doppelter „Sechzehner“) und Startpositionen für die Flankengeber. Die ersten Flankengeber (B und C) haben einen Ball. B startet und spielt einen Flankenball in die Mitte. Die Flanken so dosieren, dass ein Abwehrkopfball gut ausgeübt werden kann. Die Verteidiger setzen sich ab und der Ballnächste führt einen Abwehrkopfball in Richtung A aus. Dieser nimmt den Ball auf, dribbelt an und spielt eine Flanke auf die zweiten Verteidiger. Diese köpfen den Ball wieder zu B, der sich wieder am Startpunkt aufhält. Wenn A zum Dribbling startet, beginnt die Übung für Spieler D. Hier wird der Ball dann zum wartenden Spieler C geköpft. Dadurch hat man eine fortlaufende Übung und hält alle Spieler in Bewegung.

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Auch hier kann man seine Übung variieren. Stellt man zwei Tore mit Torhütern an den Rückseiten gegeneinander vor die Abwehrspieler, kann man den Druckvollen Abwehrkopfball mit motivierendem Torerfolg trainieren. Versetzt man die Tore dann schräg, hat man noch eine zusätzliche Variante.

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