Bittere Heimniederlage in letzter Sekunde

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Handball Bundesliga ASV Hamm Dessau Abwehr

Handball: Es dauerte einige Augenblicke, ehe die Spieler des ASV Hamm-Westfalen am Samstagabend vor 1755 Zuschauern so recht begreifen konnten, was in den 60 Spielminuten zuvor im Duell gegen Aufsteiger Dessau-Roßlauer HV in der WESTPRESS arena geschehen war. Trotz eines tollen Kampfes unterlagen die Westfalen am Ende mit 23:24. Den möglichen Punktgewinn entriss den Gastgebern am Ende Vincent Sohmann, der fünf Sekunden vor dem Abpfiff zum 23:24 traf. Die Westfalen unterlagen damit bereits zum dritten Mal in dieser Spielzeit mit einem Treffer Unterschied.

Unter dem Strich hatte der ASV, bei dem neben Jakob Macke, Fabian Huesmann und Lukas Blohme kurzfristig auch noch Felix Storbeck wegen eines Infektes passen musste, zu spät in die Partie gefunden. Die Leistung der ersten Halbzeit ordnete Trainer Niels Pfannenschmidt als „unterirdisch“ ein, was vor allem nach dem tollen in Spiel in Lübbecke nicht zu erklären war. „Wir wollten genau da anknüpfen. Aber was uns da stark gemacht hat, hat uns gegen Dessau gefehlt“, analysierte Pfannenschmidt später. Anlass zur Kritik gab dabei vor allem diese Spielhälfte, in der der ASV vor 1.755 Zuschauern 16 Treffer kassierte. „Das ist einfach zu viel“, so die klare Analyse. Hinzu kam, dass es auch in der Offensive nicht rund lief und Gästetorwart Philip Ambrosius eine starke Leistung zeigte. So gerieten die Gastgeber bis zur Pause mit 11:16 ins Hintertreffen.

Der Abstand wurde in Halbzeit zwei sogar noch größer. Aber nach dem 11:17 durch den insgesamt elffachen Torschützen Sohmann kamen die Hausherren endlich ins Spiel. Der Däne Daniel Eggert leitete eine Serie von fünf Treffern ein. Nach dem 16:17 in der 40. Minute durch Christoph Neuhold gelang aber der Ausgleich noch nicht. Auch bei 18:19 und 19:20 bot sich hierzu die Chance, beide Male blieben die Gastgeber ohne Torerfolg. „Da hätten wir das Spiel drehen können“, meinte Pfannenschmidt später, der in Halbzeit eine erheblich bessere Leistung seines Teams sah. So kassierte der ASV bis zur 51. Minute gerade einmal vier Treffer. Die Deckung rund um Markus Fuchs stand hervorragend, auch Dennis Doden steuerte in dieser Phase etliche Paraden bei. Doch im Angriff fanden die Gastgeber einfach keine Sicherheit – auch freistehend scheiterten sie ein ums andere Mal, entweder an Torwart Ambrosius oder an Latte und Pfosten. Doch dank des enormen Kampfgeistes und begünstigt durch das jetzt fehlerhaftere Gästespiel verkürzte Fannar Thor Fridgeirsson in der 59. Minute per Siebenmeter doch wieder auf 22:23. Als dann Sohmann erstmalig per Siebenmeter an diesem Abend an Doden scheiterte, schien ein Punktgewinn greifbar, der Aufsteiger wackelte mächtig. Genau 17 Sekunden vor dem Ende sorgte dann Jan Brosch für Jubelstürme auf den Rängen – die jäh verstummten, als Sohmann nach einer Auszeit mit einer Finte die gesamte Abwehr ausschaltete und fünf Sekunden vor dem Ende einnetzte. Dass der folgende Pass zur Mitte dann den Mitspieler nicht fand war für die Gastgeber an diesem Abend symptomatisch.

„Ich bin mit dem Ergebnis hochzufrieden“, erklärte Gästetrainer Uwe Jungandreas in der Pressekonferenz. „Die Leistung in der ersten Halbzeit war richtig gut, das lief wie am Schnürchen. In der zweiten Halbzeit sind wir nervös geworden. Hamm hat hervorragend gekämpft. Wir haben versucht, mit allen Mitteln den Sieg über die Zeit zu retten. Das war vielleicht nicht immer schön mit den vielen Zeitspielen. Aber am Ende hat es gereicht.“ So musste Niels Pfannenschmidt dem Gegner zum Sieg gratulieren: „Wir sind in der ersten Halbzeit viel zu viel quer gelaufen, haben manchmal etwas mutlos gespielt. In der zweiten Halbzeit war das dann komplett anders. Das Resultat ist sehr, sehr bitter. Aufgrund der zweiten Halbzeit hätten wir schon ein Unentschieden verdient gehabt.“

Bereits am Mittwoch hat der ASV die Gelegenheit, es wieder besser zu machen. Beim Tabellensiebten werden die Westfalen nun versuchen, endlich auch den ersten Auswärtssieg in dieser Saison zu feiern.

ASV Hamm-Westfalen: Doden, Kroemer (n. e.) – Brosch (3), Fuchs, Fridgeirsson (4, 2/2), Eggert (2), Ritterbach (4, 3/4), Gudat (4), Zintel (2, 1/2), Possehl, Savvas, Neuhold (4).

Bild: Auch eine starke Leistung mit nur acht Gegentoren in der zweiten Halbzeit reichte nicht zum Sieg gegen den DRHV / Foto: Wegener

 

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