Axel Schmeing im „Wasser-Rausch“ – und mit Sorgen angesichts hoher Belastungen

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Fußball: So richtig auf Betriebstemperatur war HSC-Trainer Axel Schmeing beim müden Kick seiner Oberliga-Truppe beim 2:1-Auswärtserfolg gegen die Hammer Spielvereinigung schon nach wenigen Minuten. Immer wieder griff der Übungsleiter zu den kleinen Wasserfläschchen und ölte damit seine Stimme für lautstarke Anweisungen vom Spielfeldrand.

Richtig „(Wasser-) Dampf im Kessel“ bei Schmeing war dann schon in der 6. Minute, als Mirco Gohr den Ball nach Abstoß von Keeper Kevin Beinsen nicht unter Kontrolle brachte und das Leder an Mohammed El Gourari verlor. Der sprintete auf der rechten Seite, legte den Ball butterweich auf Marcel Todte, der nur noch einzuschieben brauchte. Axel Schmeing war da das erste Mal außer sich. Wenige Minuten kochte es schon wieder in ihm, als bei einem Abstoß Torwart Kevin Beinsen die Kugel hoch und weit nach vorne Richtung (abgedeckter) HSC-Offensive drosch, obwohl ein eigener Spieler angeschlagen auf dem Platz lag. „Wacht auf und schaut mal hin“, brüllte Schmeing.

Viel Wasser zum Abkühlen brauchte der Trainer dann nach der berechtigten Roten Karte wegen Notbremse von Hamms Verteidiger Phillip Grodowski an Sebastian Hahne (35.), dem verschossenen Elfmeter von Robin Schultze an den Pfosten (36.) und dem HSC-Doppelschlag zum 2 : 1 durch Nils Hoppe (37.) und Nico Berghorst (39.). „Die Tore nach dem verschossenen Strafstoß waren enorm wichtig, denn oft lassen Spieler nach vergebenen Chancen den Kopf hängen“, so Schmeing.

Zweite Halbzeit: Wieder zeigte der HSC große Unkonzentriertheiten im Abspiel, klärte im eigenen Strafraum unsicher und verbaselte die vier Konter-Chancen leichtfertig. Wieder musste Axel Schmeing richtig Dampf ablassen – bei den Kommunalwahlen hatte er aufgrund der stetig anwachsenden Menge von Plastikfläschchen an seinem Trainerstuhl wohl eher nicht „Grün“ gewählt. Stattdessen sah er angesichts seiner förmlich um den Ausgleich bettelnden Mannschaft „Rot“. Und da Schiri Patrick Holz auch noch mit sieben Minuten richtig „Holz“ auf die 90 Minuten zusätzlich legte, besiegelte das das Ende weiterer Trinkflaschen. Abpfiff, letzter Schluck von Schmeing und ab zur Pressekonferenz mit seinem Trainerkollegen Steven Degelmann, der übrigens auch sein Berufskollege bei der Polizei ist. Da gab es dann für Degelmann viel Balsam auf die Seele – auch wenn Hamm nun eine weitere Woche auf den ersten Liga-Sieg seit 21 Spieltagen (oder dann 484 Tagen) warten muss. Für die SpVg geht es nun nach Sprockhövel.

„Wir haben andere Sorgen als die Pokalspiele“

„Wir haben nun wahrlich nicht alles richtig gemacht. Aber wenn wir daraus die richtigen Lehren ziehen, kann uns das weiterhelfen“, sagte Schmeing später. In dieser Trainingswoche verordnet er seinem Kader Regeneration und Taktik-Schulungen – und kam auf seine „Lieblingsthemen“ Belastung, Pokal und Managen der Erwartungshaltung zu sprechen. Stichworte Erwartungshaltung: „Das wird eine ganz knifflige Saison mit den 40 Meisterschaftsspielen werden. Wir haben doch heute gesehen, wie sehr wir in allen Spielen kämpfen und alles geben müssen“, so Schmeing. Es könne erst mal nur darum gehen, so viele Punkte wie möglich zu sammeln – vor allem vor dem, Hintergrund von fünf oder wahrscheinlich sogar noch mehr Absteigern. Daher war der Sieg in Hamm enorm wichtig.

Im Westfalenpokal droht weite Anreise

Und dann kam Schmeing noch auf das Thema „Pokale“ zu sprechen. Das Achtelfinale im Kreispokal gegen den Landesligisten IG Bönen wird nun am Mittwoch, 7. Oktober, um 19 Uhr im Montanhydraulik-Stadion ausgetragen. Und dann gibt es noch an diesem Mittwoch, 16. September, um 18 Uhr die Auslosung im Westfalenpokal, für den sich der HSC als Sechster der letzten, abgebrochenen Oberliga-Saison ebenfalls qualifiziert hat. Die Auslosung ist hier im Livestream zu sehen:

https://www.facebook.com/flvw.de/

Holzwickede wurde da mit der Hammer SpVg (Kreispokalsieger 2020) und Westfalia Rhynern in die Gruppe 2 eingestuft: Heißt: Es droht eine weite Auswärtsfahrt, da hier Teams nahe der holländischen Grenze und Ostwestfalen versammelt sind. Die Dortmunder Teams wurden im Übrigen in die „West-Gruppe“, also der Gruppe 1, einsortiert. „Das alles ist ein Kraftakt sondergleichen. Es sind dann so um die acht englischen Wochen, die wir haben werden. Keine große Winterpause. Wir müssen da im Training genau dosieren“, sagt Schmeing. Und er, der oft mit seinem „Co“ Florian Bartel nicht nur die nächsten Kontrahenten, sondern auch aus dem Kader der Ersten Spieler in die U 23 des HSC in die Bezirksliga beordert, sagt auch in deren Richtung klipp und klar: „Ich erwarte, dass sich diese Abstellungen auch in der Bezirksliga oder sogar in den A-Junioren durchsetzen, sich in den Spielen dieser Teams engagieren – und zwar zu hundert Prozent.“ Angesichts des knappen Kaders in der „Ersten“ und der „Reserve“ sei es enorm wichtig, dass jeder Einzelne topfit und bereit ist, Bestleistungen abzurufen.

Schlechte Nachrichten von der Verletzungs-Front

Verteidiger Joshua Heinrichs muss erneut an der Schulter nach seinem Trainings-Sturz vor zehn Tagen operiert werden. Damit ist für ihn die komplette Hinrunde gelaufen. Auch für Philipp Gödde (Bandscheibe) ist die Hinrunde bereits gelaufen. Hoffnungen auf ein Comeback machen sich im Oktober / November Til Busemann und Ferdinand Franzrahe.

Weitere Stimmen zum Spiel
Kevin Beinsen (Torhüter HSC): Wir haben lange kein Pflichtspiel mehr bestritten. Da war die Verunsicherung groß. Es war ein zähes, kräftezehrendes Spiel.
Friedhelm Klemp (HSC-HSV-Urgestein): Das war eine wirklich schlechte Leistung – die vielleicht Schlechteste seit vielen Wochen. Zum Schluss hätte der HSC die Konterchancen viel besser ausspielen müssen.

Bildzeile: Hamms Torjäger Marcel Todte (l.) lieferte sich mit Mirco Gohr (r.) packende Duelle.

 

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