ASV verpasst Überraschungssieg nur knapp

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Handball: Mit nur neun Feldspielern hat der ASV Hamm-Westfalen den Aufstiegskandidaten TuS Nettelstedt-Lübbecke am Samstagabend an den Rand einer Niederlage gebracht. Fünf torlose Minuten in der Schlussphase kosteten die Gäste am Ende aber den möglichen Sieg gegen den haushohen Favoriten.

Nicht einmal lag der ASV in der Partie beim Tabellenzweiten in Führung. Spätestens nach der furiosen Aufholjagd von 19:15 auf 19:19 zwischen der 46. und 52. Spielminute war dennoch klar, dass auch die Mannschaft von Michael Lerscht trotz denkbar schlechter Voraussetzungen Zählbares mitnehmen könnte. Im zweiten Spiel nach der dreieinhalbwöchigen Corona-Zwangspause fehlten dem ASV erwartungsgemäß wie am Mittwoch gegen Dormagen zahlreichen Stammkräfte. So traten am Ende nur neun Feldspieler die rund 85 Kilometer kurze Anreise zur Merkur Arena an. Aus der zweiten Mannschaft waren wieder Fabio Runkel und Matthias Zimny dabei, im Tor wie am Mittwoch Mathis Stecken neben Jan Wesemann.

„Ich ziehe den Hut vor meinem Jungs“

„Ich ziehe den Hut vor meinem Jungs. Trotz der Niederlage. Das ist selten, nach einem verlorenen Spiel stolz auf sein Team sein zu dürfen“, betonte ASV-Coach Michael Lerscht. „Trotz der personell sehr angespannten Situation haben wir viel Spaß am Spiel gezeigt – über die gesamten 60 Minuten. Es gibt also überhaupt keinen Grund, die Köpfe hängen zu lassen. Diszipliniertes Auftreten, alles gegeben: Ich bin – berechtigter Weise – bei bester Laune.“
Einigermaßen gut gelaunt zeigte sich auch sein Trainerkollege Emir Kurtagic, auch wenn nach der Fünf-Tore-Führung beinahe die Punkte noch an den ASV gegangen wären: „Klar war das nicht schön, wie wir den Fünf-Tore-Vorsprung in der zweiten Hälfte hergeben. Doch die Jungs haben sich 60 Minuten gut bewegt und gekämpft. Meine Gratulation geht aber auch an den ASV Hamm, der ersatzgeschwächt hier heute Abend eine prima Leistung abgegeben hat.“ Diesem schloss sich auch der vierfache TuS-Torschütze Lutz Heiny an: „Respekt vor der Leistung des ASV Hamm.“

Samstag Heimspiel gegen TV Hüttenberg – Rückkehr einiger Spieler

Weiter geht es für die Westfalen nun am Samstag um 19:15 Uhr, dann ist der TV Hüttenberg im Nachholspiel in der WESTPRESS arena zu Gast. Personell könnte die Lage dann beim ASV wieder deutliche entspannter aussehen. Die aus Vorsichtsgründen von der Medizinischen Abteilung noch nicht freigegeben Akteure könnten im Laufe der Woche nach und nach zurückkehren. Bisher seien alle Test in Bezug auf Lunge und Herz-Kreislauf-System erfolgreich gewesen: „Alle Werte waren in Ordnung“, bestätigte Geschäftsführer Thomas Lammers. Michael Lerscht betonte aber, dass man aber die Rückkehr der Spieler sehr vorsichtig angehen werde. Man hoffe, „dass unter Belastung nicht noch Probleme auftreten“, so der Trainer weiter.

TuS Nettelstedt-Lübbecke – ASV Hamm-Westfalen 22:20 (11:9)
TuS:
Rezar (15 Paraden), Gercar – Becvar, Heiny (4), Baumgärtner (4), Ebner (1),Petreikis, Bagaric, Strosack (3), Mundus, Dräger, Spohn (2), Nissen, Speckmann, Petrovsky (2), Skroblien (6/2).
ASV: Wesemann (10 Paraden), Stecken (3) – Genz (2), Huesmann (4/2), Brosch (4), Runkel, Zimny, Rubiño Fernandez (1), Schwabe (1), Krings (5), Schöße (3).
Schiedsrichter: Frederic Linker und Sascha Schmidt.
Zeitstrafen: TuS 4 Min, ASV 6 Minuten.

Bildzeile: Florian Schöße bewies auf der Spielmacherposition die nötige Übersicht und war dreifacher Torschütze für den ASV in Nettelstedt-Lübbecke / Foto ASV

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