ASV siegt mit 29:27 nach furioser Aufholjagd

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Handball Bundesliga ASV Hamm Essen Daniel Eggert

Handball, 2. Bundesliga: Mit 29:27 (10:16) hat der ASV Hamm-Westfalen am Freitagabend den TUSEM Essen vor 1.722 Zuschauern in der WESTPRESS arena nieder gerungen und damit das neunte Westderby für sich entschieden.

Dabei sahen die Essener lange Zeit wie die sicheren Sieger aus – selbst eine Viertelstunde vor dem Ende schien die Niederlage für die Westfalen kaum vermeidbar. Doch die Mannschaft von Niels Pfannenschmidt gab sich nie auf und begünstigt von einigen Fehlern der Gäste starteten sie ab der 45. Minute eine furiose Aufholjagd die schließlich in dem Entscheidungstreffer von Daniel Eggert zum 29:27 in der letzten Minute gipfelte.

Von Beginn an war bei den Gastgebern eine Verunsicherung zu spüren, die die vergleichsweise gut in die Saison gestarteten Essener nutzten, um mit 1:4 in Führung zu gehen. Die Führung hatte bis zur 20. Minute Bestand. Dann scheiterte Noah Beyer beim Stand von 9:11 per Siebenmeter an Dennis Doden. Doch der ASV nutzte die Gelegenheit zum Anschlusstreffer nicht. Stattdessen zog der TUSEM bis zur Halbzeitpause auf 10:16 davon. Symptomatisch für den vorherigen Spielverlauf: Joscha Ritterbach scheiterte bei abgelaufener Spieluhr mit seinem Siebenmeter, Essen ging mit einem komfortablen Vorsprung in die Pause.

Zwar stemmten sich die Westfalen in der zweiten Halbzeit mit viel Leidenschaft gegen die drohende Niederlage, die richtigen Mittel fanden sie zunächst aber nicht. „Ich habe viel probiert, um das zu finden, was die Wende einleiten könnte“, meinte Trainer Niels Pfannenschmidt später. So setzte der ASV-Coach wieder vermehrt auf den siebten Feldspieler und ließ Routinier Michael Hegemann in Manndeckung nehmen. Als dann die Gäste unerwartete Unsicherheiten im Angriffspiel offenbarten, startete der ASV angepeitscht von einer äußerst stimmungsvollen Arena eine furiose Aufholjagd. Auch mehrere Rückschläge in Form von Fehlwürfen oder gar einem technischen Fehler ließen die Gastgeber nicht mehr an ihrer Chance zweifeln. Von 18:24 (45.) spielte sich der ASV bis auf 24:26 heran (54.). Jakob Macke und Joscha Ritterbach verwandelten die WESTPRESS arena dann endgültig in ein Tollhaus. Neuzugang Christoph Neuhold stellte anschließend mit unbändigem Willen und seinem Doppelschlag in der 58. und 60. Minute die Weichen auf Sieg für den ASV. Zwar verkürzte Hegenann 28 Sekunden vor dem Ende noch einmal per Siebenmeter, Daniel Eggert besiegelte dann aber zwei Sekunden endgültig den zweiten Sieg des ASV in dieser Saison.

Fair geführtes Westderby

TUSEM-Trainer Stephan Krebietke erwies sich anschließend als sehr fairer Verlierer einer von beiden Seiten äußerst intensiv, aber nie unfair geführten Partie, wie auch die Unparteiischen Frederic Linke und Sascha Schmidt hervorhoben: „Glückwunsch an Hamm, auch wenn es mir schwerfällt nach dem Spielverlauf. Wir haben über 45 Minuten unser bestes Saisonspiel gemacht. Wir haben den Ball laufen lassen, waren in der Abwehr beweglich und haben hinten im Tor ein paar Bälle weggenommen“, so Krebietke. „Alles lief hervorragend. Es war 18:24 in der 45. Minute, dann haben wir die Wende selber eingeleitet durch ein paar Aktionen, die ich meiner Mannschaft eigentlich nicht mehr zugetraut hätte. Damit haben wir Hamm geweckt. Dass wir es dann natürlich schwer hatten, als Hamm in Tritt kam und gepusht war, das ist der jungen Mannschaft geschuldet. Ich kann vieles Gutes mitnehmen über 45 Minuten, dann haben wir leider den Kopf verloren“, so der Essener Trainer weiter. Eine Einschätzung, die Niels Pfannenschmidt teilte: „In der ersten Halbzeit merkte man einfach die Verunsicherung bei uns. In der zweiten Halbzeit lief es dann mit siebtem Feldspieler und der Manndeckung gegen Michael Hegemann besser.  In dieser Situation brauchten wir einfach den Sieg. Es war glücklich, aber wir haben gewonnen und das zählt. Die Mannschaft ist super zurückgekommen. Wir freuen uns einfach alle uns sind erleichtert.“

In der Derbybilanz liegt der ASV nun knapp vorne mit vier gewonnen Spielen, Essen gewann bisher dreimal, zweimal teilten sich die Teams die Punkte. Weiter geht es für den ASV am Samstag, dann treten die Westfalen um 20 Uhr bei den Wölfen der DJK Rimpar an.

ASV: Storbeck, Doden; Blohme 2, Brosch, Fuchs 1, Fridgeirsson, Eggert 1, Macke 4, Ritterbach 4, Gudat, Zintel 7, Possehl 2, Savvas 4, Neuhold 4.

Bild: Daniel Eggert erlöste die Fans mit seinem Tor kurz vor Schluss / Foto: Wegener

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