Anne Elisa Zorn kommt zum Doppelsieg bei den 56. Westfälischen Tennis-Jugend-Hallenmeisterschaften in Werne

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Tennis: Seit mehr als einem Jahrzehnt ist die SportAlm des TC Blau-Weiß Werne der Austragungsort der Westfälischen Tennis-Hallenmeisterschaften für Damen und Herren sowie Seniorinnen und Senioren. Seit diesem Jahr werden dort nun und auch die Jugendmeisterschaften des Westfälischen Tennis-Verbandes (WTV) ausgetragen, die zuletzt rund ein jahrzehntlang in Waltrop beim TuS Ickern stattfanden. Durch diesen Standortwechsel ist zumindest bei den Hallen-Titelkämpfen Werne der Mittelpunkt des westfälischen Tennissports. „Der Wechsel des Austragungsortes wurde von allen Seiten sehr positiv aufgenommen. Das war eine sehr gute Entscheidung“, so Gerti Straub, Vize-Präsidentin Nachwuchsleistungssport. Obwohl in der SportAlm zwei Plätze weniger zur Verfügung standen, hat sich das nicht negativ auf den Zeitplan ausgewirkt – im Gegenteil: Der letzte Matchball wurde wie im Zeitplan terminiert am Samstagnachmittag gespielt.

Wettstreit der Favoriten

Sportlich gesehen waren die Jugend-Hallenmeisterschaften ein Wettstreit der Favoriten, zumindest bis zu den Halbfinals. Insgesamt beurteilt Westfalens Cheftrainer Jens Wöhrmann die Leistungen als zufriedenstellend, was in erster Linie für die Begegnungen ab den Vorschlussrunden galt. Und auf die Zukunft angesprochen, ist der WTV besonders in den jungen Altersklassen positiv gestimmt. Zur Austragung kamen sowohl Einzel- und Doppel-Wettbewerbe, wobei die Doppeltitel bereits am Freitag (11. November) vergeben wurden. Die Westfalenmeister in den Einzelkonkurrenzen der Altersklassen U12, U14, U16 und U18 wurden bei diesen 56. Titelkämpfen am Samstag (12. November) ausgespielt. Und zwei Spielerinnen kamen sowohl im Doppel als auch im Einzel zu Meisterehren: Louisa Völz (U12 /TC Blau-Weiß Werne) und Anne Elisa Zorn (U16/TuS Ickern). Lokalmatadorin Louisa Völz gewann das Doppel mit Partnerin Melanie Hillebrand (TC Milstenau) und den Einzeltitel gewann die Topgesetzte mit einem finalen 6:3 6:0 Sieg gegen die an vier gesetzte Nele Niermann (TC St. Mauritz Münster).

Nicht ganz so einfach verlief es in der U16-Konkurrenz für die Mitfavoritin Anne Elisa Zorn (TuS Ickern) – sie spielt für die Damen des TC Methler – , die sich vor allem im Halbfinale gegen ihre Doppelpartnerin Lina Kötterheinrich (TC Deuten) beim 6:1 3:6 6:3 Erfolg ganz schön strecken musste. Zusammen waren beide einen Tag zuvor noch Doppel-Westfalenmeisterinnen geworden. Das Einzelfinale war für die an Position zwei gesetzte Zorn wiederum eine klare Angelegenheit. Hier bezwang sie die Jahrgangsjüngere Pauline Hirt (TC Halver) mit 6:1 6:3, die zuvor in ihrer Halbfinalpartie Kräfte hat lassen müssen. In der Runde der letzten Vier hatte die Sauerländerin die an eins gesetzte Vivien Sandberg (Grün-Gold Gronau) mit 4:6 6:4 7:5 aus dem Turnier geworfen. Für Zorn war es das erste Turnier, nachdem sie wegen einer Rückenverletzung hatte pausieren müssen.

In den U18-Konkurrenzen setzte sich die topgesetzte Jana Hecking (Blau-Weiß Soest) bei den Juniorinnen und überraschend der an vier gesetzte Niklas Karcz vom TC Parkhaus Wanne-Eickel) durch. Hecking spazierte durch das Turnier und war auch im Finale gegen ihre Kontrahentin mit dem prominenten Namen, Martina Navratilova (TC Grün-Weiß Silschede), beim 6:2 6:1 kaum gefordert. Auch Navratilova hatte zuvor ihre Spiele deutlich für sich entscheiden können, war allerdings im Endspiel chancenlos. Nachdem Ruben Angrick (Dorstener TC) bei den U18 Junioren den topgesetzten Marek Flinner (Blau-Weiss Halle) im Viertelfinale mit 6:4, 7:5 aus dem Turnier geworfen hatte, war der Weg für einen Überraschungssieger frei. Und der an vier gesetzte Niklas Karcz nutzte seine Chance: Im Halbfinale profitierte er beim Stand von 6:1, 2:0 von der Aufgabe seines Gegners, dem an zwei gesetzten Jonas Erdmann (Bielefelder TTC). Im Finale gab der Mondstädter dann alles, um den an drei gesetzten jahrgangsjüngeren Fynn Künkler (SuS Bielefeld) in einer spannenden Partie mit 6:2 4:6 7:6 bezwingen zu können.

Bei den U12ern insgesamt eine sehr gute Breite

Bei den U12 Junioren waren die „Top 4“ im Halbfinale unter sich: Der topgesetzte und jahrgangsjüngere Marc Majdandzic (Oenhausener TC) bezwang den an drei gesetzten Fabio-Luis Guth (TuS Ickern) mit 6:2 4:6 6:4, während der an zwei gesetzte Maximilian Greshake (Blau-Gold Arnsberg) durch seinen 6:3, 6:1-Erfolg gegen den an vier gesetzten Konstantin Bennemann (TSC Hansa Dortmund) eine Neuauflage des U12 Junioren-Endspiels aus dem Sommer verhinderte. Sowohl im Sommer als auch dieses Mal hatte der Oeynhausener die Nase vorn und behauptete sich im Finale mit 6:4, 6:0 gegen Greshake. „Bei den U12ern haben wir insgesamt eine sehr gute Breite“, analysierte Cheftrainer Jens Wöhrmann diesen Wettbewerb.

Das gleiche Bild gab es bei den U14 Junioren, wo sich mit Tobias Berning (Rot-Weiß Hagen), Marko Ljoljic (Ruderclub Hamm), Ben Pfeiffer (Lüdenscheider TV 1899) und Jannis Jung (Tennispark Versmold) jeweils die vier Topgesetzten ihren Platz unter den letzten Vier erspielt hatten. Am Ende machte die Nummer eins der Setzliste das Rennen: Tobias Berning ist durch seinen 6:2,6:3-Sieg im Finale gegen Ben Pfeiffer neuer U14 Westfalenmeister. Während das Finale eine recht einseitige Angelegenheit war, waren die beiden Halbfinals wesentlich umkämpfter. Jannis Jung leistete Berning bei seiner 6:4, 3:6, 6:7 Niederlage erhebliche Gegenwehr, vergab dabei sogar zwei Matchbälle, und auch Marko Ljoljic hatten beim 6:2, 5:7, 4:6 gegen Pfeiffer durchaus Chancen dieses Duell zu gewinnen.

Auch bei den U16 Junioren hat es keiner geschafft, die Dominanz der Favoriten zu durchbrechen. Daher standen der topgesetzte Marcel Zielinski (Parkhaus Wanne-Eickel), die Nummer zwei Felix Steen (Bielefelder TTC), Sean-Lennart Lange (TC Emschertal Herne) und Jim Walder (Blau-Gold Hagen) erwartungsgemäß im Halbfinale, wo es Zielinski mit Walder und Steen mit Lange zu tun bekam. Im Halbfinale war dann allerdings Endstation für den Topgesetzten: Marcel Zielinski, der sich dem Hagener mit 4:6, 4:6 geschlagen geben musste, während Steen seiner Favoritenrolle beim 6:3, 6:2 gerecht wurde. Das Finale ging dann über die volle Distanz – mit dem besseren Ende für den favorisierten Steen, der sich mit 6:7, 6:4, 6:2 behauptete.

Bei den U14 Juniorinnen musste sich die an zwei gesetzte Rieke Gillar (Blau-Weiß Halle) bereits im Viertelfinale aus dem Titelrennen verabschieden: Sie unterlag Maja Jung vom Tennispark Versmold mit 4:6, 6:2, 3:6. Im Halbfinale gegen die Jahrgangsjüngere Deborah Muratovic (TuS Ickern) konnte Jung ihren Schwung aus der Vorrunde allerdings nicht mitnehmen und unterlag mit 1:6, 3:6. Im ersten Halbfinale setzte sich die an vier gesetzte Michelle Heid im Vereinsduell überraschend deutlich mit 6:1, 6:2 gegen die topgesetzte Leonie Hoppe (beide TC Herford) durch. Auch das Finale war eine klare Angelegenheit – allerdings für die an drei gesetzte Muratovic, die dieses mit 6:2, 6:1 für sich entschied. „Debbies Sieg ist schon eine kleine Überraschung, zumal sie ja als Jahrgangsjüngere gestartet ist“, sagt Jens Wöhrmann.

Bild: Siegerehrung der Juniorinnen – WTV-Vizepräsident Lutz Rethfeld mit den strahlenden Siegerinnen der in Werne stattgefundenen 56. Westfälischen Tennis-Jugend-Hallenmeisterschaften (v.li.): Louisa Völz (U12/Blau-Weiß Werne), Deborah Muratovic (U14/TuS Ickern) und Anne Elisa Zorn (U16/TuS Ickern) /Foto WTV

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