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Andreas Amberger im Interview: Solange mein Körper nicht in Streik tritt und ich gesund bleibe, werde ich weiterlaufen“

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Leichtathletik: Andreas Amberger vom Lauf Team Unna hat seinen 100. Ultra-/Marathon beim Grüngürtel-Ultra in Köln absolviert. Nicht sein letzter, wie er im folgenden Interview bekannt gab.

Wie und wann Sie Sie zum Laufen gekommen?
Wie viele andere bin ich durch einen Bekannten zum Laufen gestoßen. Er hatte mich 2003 gefragt, ob ich an einem Staffelmarathon teilnehmen möchte. Wir waren zu fünft und mussten je 8,4 km absolvieren. Von diesem Moment an war die Lust am Laufen erwacht und ich habe mich dann stetig weiter entwickelt.

Hatten Sie von vornherein das Ziel einen Ultra-Marathon zu absolvieren?
Nein, das kam für mich von vornherein gar nicht in Frage. An solche Distanzen habe ich zu dem Zeitpunkt überhaupt nicht zu denken gewagt.

Wann und wo sind Sie ihren ersten Marathon gelaufen?
Den ersten Marathon bin ich im Jahr 2005 in Koblenz gelaufen. Das war auch gleichzeitig der erste Mittelrhein-Marathon.

Wie sind Sie zur Ultradistanz gekommen und dann zu den Trails?
Im Laufe der Jahre habe ich für mich festgestellt, dass das schnelle Laufen und damit die mitunter sehr anstrengende Marathonvorbereitung nichts für mich ist. Die Ausdauer ist da und somit entschied ich mich für die längeren Läufe. Ich genieße es, mich in der Natur zu bewegen und so war es naheliegend auf die Trailläufe umzusteigen. Eine Entscheidung, die ich nicht im geringsten bereue.

Nutzen Sie sportpsychologische Untersuchungen, lesen Sie entsprechende Literatur, um sich auf einen Wettkampf vorzubereiten?
Nun ja, entsprechende Literatur nutze ich zum Teil. Jedoch bin ich kein Absolvent von diesen. Wenn es nicht mehr läuft, dann gehe ich und wenn es nicht mehr geht, dann laufe ich eben.

Wenn Sie sich im Wettkampf befinden, wie motivieren Sie sich bei eventuellen „Durchhängern“?
Zum Glück habe ich davon noch nicht so viele gehabt. Wenn es denn so ist, dann gehe ich eine Weile und unterhalte mich dann auch mit anderen Läufern, die sich auf der Strecke befinden. Das lenkt ab und es kommt der Zeitpunkt, an dem es wieder weiter geht. Grundsätzlich versuche ich die mir zur Verfügung stehende Zeit zu nutzen.

Wie sehen Ihre Freunde und Familie Ihre Laufleidenschaft?
Viele meiner Angehörigen und Freunde halten mich, wie heißt es so schön, für verrückt. Dennoch erfahre ich immer wieder entsprechende Anerkennung und Respekt.  Es ist auch sehr schwer, wenn nicht fast unmöglich, einem Nichtläufer die Leidenschaft des Laufens zu erklären.

Haben Sie andere Menschen auch schon mit dem Laufen infiziert?
Ja, das ist durchaus der Fall. Drei meiner Kinder und auch einige Freunde hat es erwischt.

Gibt es eine Laufveranstaltung, an der Sie gerne teilnehmen möchten?
Da gibt es einige. Als erstes wäre da der Trans Alpin Utlra (TAR). Ein Lauf im hochalpinen Gelände über 5 Etappen mit extrem viel Höhenmetern oder der Madeira Island Uiltra Trail. Es gibt so viel schöne Läufe.

Was war Ihr schönster Wettkampf? Was war Ihr schwierigster, Ihr anspruchvollster  Wettkampf?
Als schönsten Lauf würde ich die Meilen beim Thüringen Ultra im Jahr 2016, welcher zudem auch mein erster 100 Meiler war. Der anspruchvollste Lauf war definitiv die Tortour de Ruhr vor zwei Jahren von der Ruhrquelle zum Rheinorange in Duisburg über den Ruhrtalradweg. In Summe waren das 230 km, die ich dank einer tollen Unterstützercrew erfolgreich gemeistert habe.

Nach welchen Kriterien suchen Sie Ihre Wettkämpfe aus?
Grundsätzlich müssen mich die Strecken ansprechen. Und das Preis-Leistungsverhältnis sollte ebenfalls passen. Da gibt es mitunter noch gewaltige Unterschiede.

Nach der 1 folgt die 2; ist mit dem 200 Marathon Schluss oder wie weit geht Ihre Laufkarriere noch?
Solange mein Körper nicht in Streik tritt und ich gesund bleibe, werde ich weiterlaufen. Das bedeutet für mich ein offenes Ende und somit wird auch bei der 200 nach Möglichkeit noch nicht Schluss sein.

Bild: Andreas Amberger.

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