50 Jahre Bundesliga – 1963 entscheidendes Jahr in der Karriere von Hans Tilkowski

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Fußball: Eine fröhliche Begegnung fand in der Sportschule Kaiserau statt. Hans Tilkowski, Torwartlegende von Borussia Dortmund, traf auf den Kamener Schriftsteller Heinrich Peuckmann, der in seinen Romanen und Erzählungen gerne das Thema Fußball behandelt.

Die beiden verbindet eine langjährige Freundschaft, gemeinsam sind sie vor ein paar Jahren nach Baku in Aserbaidschan geflogen, wo ein Denkmal für den bekannten Linienrichter Tofiq Bachramow errichtet worden ist. Bachramow war es, der 1966 im Endspiel um die Weltmeisterschaft die Fehlentscheidung zum berühmten Wembley-Tor getroffen hat. Hans Tilkowski, Hauptleidtragender dieses Fehlers, hielt am Denkmal des inzwischen verstorbenen Bachramow eine denkwürdige Rede zu Fairness und Versöhnung im Sport.

In Kaiserau haben sich die beiden getroffen, weil Peuckmann einen Artikel zu „Fünfzig Jahren Bundesliga“, dargestellt an Hans Tilkowski, schreiben möchte. Für Tilkowski war das Gründungsjahr 1963 entscheidend für seine Karriere. Er wechselte von Westfalia Herne zu Borussia Dortmund, um in der neuen Liga spielen zu können. Für den vergleichsweise kleinen Verein Westfalia Herne, mit dem er 1959 völlig überraschend Westdeutscher Meister wurde,  war dieser Sprung nicht zu schaffen. Der Wechsel lohnte sich für Tilkowski. Er wurde mit der Borussia DFB-Pokalsieger und gewann 1966 den Europapokal. Seine Torwartleistungen waren derart überragend, dass er 1965 als erster Torwart zum Fußballer des Jahres gewählt wurde.

Aber noch eine zweite wichtige Entscheidung fiel in dieses Jahr. 1962 bei der Weltmeisterschaft in Chile war es zwischen ihm und Bundestrainer Herberger zum Bruch gekommen, weil Herberger völlig überraschend dem unerfahrener Wolfgang Fahrian den Vorzug vor Tilkowski gab. Überraschend nicht nur deshalb, weil Tilkowski in allen Qualifikationsspielen überragend gehalten und damit die Teilnahme an der WM erst möglich gemacht hatte, sondern auch, weil Herberger in seinen Ausführungen immer auf Erfahrung und gutes Stellungsspiel beim Torwart Wert legte. Fahrian aber hatte erst ein Länderspiel bestritten und sich als „Flieger“ einen Namen gemacht. Nach der WM war für eineinhalb Jahre Funkstille zwischen dem Bundestrainer und Tilkowski, den seine Leistungen auf eine Stufe mit dem Engländer Gordon Banks und dem Russen Lew Jaschin stellten. Die drei galten damals als die besten Torhüter der Welt. Es war schließlich Sepp Herberger, der nachgab, was sonst nie vorkam. Er kam nach einem Europapokalspiel von Borussia Dortmund zu Tilkowski und fragte, ob er ihn mal anrufen dürfe. Er dufte. Am 1.1.1964 stand Hans Tilkowski beim Spiel gegen Algerien, das mit 0:2 verloren ging, wieder in der Nationalmannschaft. Noch 21 Länderspiele sollten für ihn folgen, so dass er bei seinem Abtreten 1967 Rekordnationaltorwart und Vizeweltmeister war. Und hätte Bachramov nicht die berühmteste aller Fehlentscheidungen getroffen, wer weiß, was dann möglich gewesen wäre.

Tilkowski kommt immer gerne in die Sportschule Kaiserau. Nur zwei, drei Kilometer davon entfernt stand sein Elternhaus, hier hat er unter Dettmar Cramer trainiert und entscheidende Impulse erhalten. Peuckmann nutzte die Begegnung, Tilkowski von seinen neuen Büchern zu erzählen, von dem Roman „Saitenwechsel“, in dem ein Junge aus reichem Elternhause gegen den Willen seines Managervaters Fußball spielt und dabei mit Jungen aus Arbeiterfamilien zusammentrifft. Auf solche Jungen also, wie Tilkowski und Peuckmann es selber waren, denn beide stammen aus Bergarbeiterfamilien. In dem neuen Krimi „Nach Abpfiff Mord“ setzt Peuckmann sich mit den so genannten Fußballfans, denn Hooligans, Ultras und Neonazis, auseinander, die Gewalt in die Stadien tragen und damit seiner Meinung nach keine richtigen sind. Wie üblich bei ihren Begegnungen haben sie auch viel gelacht.

 

 

 

 

Eine fröhliche Begegnung fand am vergangenen Freitag in der Sportschule Kaiserau statt. Hans Tilkowski, Torwartlegende von Borussia Dortmund, traf auf den Schriftsteller Heinrich Peuckmann, der in seinen Romanen und Erzählungen gerne das Thema Fußball behandelt.

Die beiden verbindet eine langjährige Freundschaft, gemeinsam sind sie vor ein paar Jahren nach Baku in Aserbaidschan geflogen, wo ein Denkmal für den bekannten Linienrichter Tofiq Bachramow errichtet worden ist. Bachramow war es, der 1966 im Endspiel um die Weltmeisterschaft die Fehlentscheidung zum berühmten Wembley-Tor getroffen hat. Hans Tilkowski, Hauptleidtragender dieses Fehlers, hielt am Denkmal des inzwischen verstorbenen Bachramow eine denkwürdige Rede zu Fairness und Versöhnung im Sport.

In Kaiserau haben sich die beiden getroffen, weil Peuckmann einen Artikel zu „Fünfzig Jahren Bundesliga“, dargestellt an Hans Tilkowski, schreiben möchte. Für Tilkowski war das Gründungsjahr 1963 entscheidend für seine Karriere. Er wechselte von Westfalia Herne zu Borussia Dortmund, um in der neuen Liga spielen zu können. Für den vergleichsweise kleinen Verein Westfalia Herne, mit dem er 1959 völlig überraschend Westdeutscher Meister wurde,  war dieser Sprung nicht zu schaffen. Der Wechsel lohnte sich für Tilkowski. Er wurde mit der Borussia DFB-Pokalsieger und gewann 1966 den Europapokal. Seine Torwartleistungen waren derart überragend, dass er 1965 als erster Torwart zum Fußballer des Jahres gewählt wurde. Aber noch eine zweite wichtige Entscheidung fiel in dieses Jahr. 1962 bei der Weltmeisterschaft in Chile war es zwischen ihm und Bundestrainer Herberger zum Bruch gekommen, weil Herberger völlig überraschend dem unerfahrener Wolfgang Fahrian den Vorzug vor Tilkowski gab. Überraschend nicht nur deshalb, weil Tilkowski in allen Qualifikationsspielen überragend gehalten und damit die Teilnahme an der WM erst möglich gemacht hatte, sondern auch, weil Herberger in seinen Ausführungen immer auf Erfahrung und gutes Stellungsspiel beim Torwart Wert legte. Fahrian aber hatte erst ein Länderspiel bestritten und sich als „Flieger“ einen Namen gemacht. Nach der WM war für eineinhalb Jahre Funkstille zwischen dem Bundestrainer und Tilkowski, den seine Leistungen auf eine Stufe mit dem Engländer Gordon Banks und dem Russen Lew Jaschin stellten. Die drei galten damals als die besten Torhüter der Welt. Es war schließlich Sepp Herberger, der nachgab, was sonst nie vorkam. Er kam nach einem Europapokalspiel von Borussia Dortmund zu Tilkowski und fragte, ob er ihn mal anrufen dürfe. Er dufte. Am 1.1.1964 stand Hans Tilkowski beim Spiel gegen Algerien, das mit 0:2 verloren ging, wieder in der Nationalmannschaft. Noch 21 Länderspiele sollten für ihn folgen, so dass er bei seinem Abtreten 1967 Rekordnationaltorwart und Vizeweltmeister war. Und hätte Bachramov nicht die berühmteste aller Fehlentscheidungen getroffen, wer weiß, was dann möglich gewesen wäre.

Tilkowski kommt immer gerne in die Sportschule Kaiserau. Nur zwei, drei Kilometer davon entfernt stand sein Elternhaus, hier hat er unter Dettmar Cramer trainiert und entscheidende Impulse erhalten.

Peuckmann nutzte die Begegnung, Tilkowski von seinen neuen Büchern zu erzählen, von dem Roman „Saitenwechsel“, in dem ein Junge aus reichem Elternhause gegen den Willen seines Managervaters Fußball spielt und dabei mit Jungen aus Arbeiterfamilien zusammentrifft. Auf solche Jungen also, wie Tilkowski und Peuckmann es selber waren, denn beide stammen aus Bergarbeiterfamilien. In dem neuen Krimi „Nach Abpfiff Mord“ setzt Peuckmann sich mit den so genannten Fußballfans, denn Hooligans, Ultras und Neonazis, auseinander, die Gewalt in die Stadien tragen und damit seiner Meinung nach keine richtigen sind. Wie üblich bei ihren Begegnungen haben sie auch viel gelacht.

 

 

 

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