32:30-Arbeitssieg für den ASV

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Handball Bundesliga Hamm Ferndorf Merten Krings

Handball: Über zwei hart erkämpfte Punkte freuten sich die Handballer des ASV Hamm-Westfalen am Freitagabend. Mit 32:30 (15:13) rangen sie den TuS Ferndorf knapp aber verdient nieder – für die Gäste war es die erste Partie nach sechswöchiger Corona-Zwangspause.

Aber auch der ASV war personell angeschlagen, in den zwei Tagen vor dem Spiel des 27. Spieltags verletzten sich Kreisläufer Jan Brosch und Rückraum Marian Orlowski im Training jeweils schwer am Finger – beiden droht ein Ausfall von mehreren Spielen. Eine genauere Diagnostik war aufgrund von Schwellungen noch nicht möglich, diese wird zu Wochenbeginn vorgenommen, erklärte ASV-Geschäftsführer Thomas Lammers. Sören Südmeier wird ohnehin voraussichtlich bis zum Saisonende fehlen.

„Das war natürlich schon etwas, das wir erst einmal verdauen mussten“, erklärte ASV-Trainer Michael Lerscht – wohlwissend, dass die Situation bei seinem ehemaligen Verein TuS Ferndorf für Trainer-Nachfolger Robert Andersson aufgrund der sieben vermeldeten Corona-Fälle in der Mannschaft ebenfalls äußerst schwierig war. Man habe nicht gewusst, in welcher Formation der Gast auflaufen würde. „Wir haben aber gewusst, dass wir auf einen äußerst motivierten und kampfstarken Gegner treffen werden, der einen sehr guten Handball spielt“, betonte Lerscht.

Und mit dieser Einschätzung sollte der ASV-Coach völlig richtig liegen. Denn auch ohne einige etatmäßige Kräfte erwiesen sich die Ferndorfer, die bis dahin acht Spiele weniger absolviert hatten als Eisenach und Hüttenberg, als unbequemer Gegner. Bis zum 4:3 verlief das Spiel völlig ausgeglichen, eher mit Vorteilen für die Westfalen. Durch zwei Treffer von Lucas Schneider und einen von Christopher Klasmann legte der TuS aber bis zur elften Minute auf 4:6 vor. Spätestens jetzt war klar: Auch in dezimierter Besetzung wird die Partie kein Selbstläufer für den ASV.

Der ASV glich in den Folgeminuten aus, danach blieb es bis zum 9:8 in der 18. Minute ausgeglichen. Als dann der insgesamt treffsichere Jan Pretzewofsky in der 23. Minute zum 12:9 erhöhte und damit erstmalig eine Drei-Tore-Führung herstellte, schien es, als könnten die Gastgeber die Partie dominieren. Aber die Gäste, bei denen nun Rückraum Juan Antonio Viciano Sario aufdrehte, ließen sich nicht abschütteln, zur Pause waren sie beim 15:13 noch auf Schlagdistanz. Insbesondere in der Abwehr offenbarten die Hausherren immer wieder Schwächen, durch die Mitte kam Ferndorf immer wieder zu leichten Toren. „Das war etwas, worauf wir vorbereitet waren – aber wir haben die Vorgaben nicht umgesetzt und keinen Zugriff bekommen“, bemängelte Co-Trainer Christof Reichenberger.

Jo Gerrit Genz markiert insgesamt acht Tore

Dies sollte im zweiten Abschnitt besser werden. Innerhalb von weniger als vier Minuten schraubte der ASV die Führung auf komfortable vier Treffer – Jo Gerrit Genz markierte mit dem sechsten seiner insgesamt acht Tore das 19:15. Diese Führung verwalteten die Westfalen dann bis zum Ende, näher als auf zwei Treffer kam Ferndorf nicht mehr heran.

Trotz der Niederlage zeigte sich TuS-Trainer Robert Andersson nach dem Spiel nicht unzufrieden: „Ich bin stolz auf meine Jungs und auf die Leistung nach sechs Wochen ohne Wettkampfspiel. Sie haben gekämpft und alles versucht. Mit ein bisschen Glück hätten wir sogar die Möglichkeit gehabt, einen Punkt zu holen.“

Michael Lerscht bedankte sich für die Glückwünsche, sah aber vor allem wegen der Leistung in der ersten Halbzeit Anlass zur Kritik: „Es war für uns eine Woche zum Vergessen. Die Ausfälle von Marian und Jan waren schon Knüppel zwischen die Beine. Aber es war klar, dass Ferndorf einen guten und schnellen Ball spielt. In der ersten Viertelstunde bekommen wir zu viel von dem, was wir besprochen haben. In der zweiten Halbzeit läuft das dann besser. Insgesamt war das heute natürlich viel Last auf wenigen Schultern, Merten Krings spielt durch, die Linkshänder auch. Jetzt heißt es für uns, schnell zu regenerieren und nach vorne zu schauen.“

Bereits am Mittwoch müssen die Westfalen wieder in der WESTPRESS arena antreten, dann steht bereits um 17 Uhr das Nachholspiel gegen die HSG Konstanz an, erneut ohne Zuschauer, aber live übertragen über SportDeutschland.TV und Radio Lippe Welle Hamm.

ASV Hamm-Westfalen – TuS Ferndorf 32:30 (15:13)
ASV:
Storbeck, Wesemann – Genz (8), Huesmann (7/4), Fuchs (2), Spiekermann, Fernandez, Schwabe (2), Krause, Krings (7), Pretzewofsky (5), Schöße, Franke, von Boenigk.
TuS: Hottgenroth, Broszinski – Eres (4/1), Viciano Sario (6), Matzken (7/2), Sorg (1), L. Schneider (5), Klasmann (1), Péchy, J. Schneider, Rink (4), Diebel (2).
Schiedsrichter: Pawel Fratczak, Paulo Ribeiro.
Zeitstrafen: ASV 10 min , TuS 8 Minuten.

Bildzeile: Siebenfacher Torschütze für den ASV – Merten Krings / Foto Wegener/ASV.

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