Zukunftspreise verliehen und Nachwuchsförderung honoriert

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Fußball: Die Zukunft beginnt jetzt. So hieß das Thema des Zukunftspreises, zu dem der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen zum fünften Mal in Kooperation mit der Stiftung Westfalen-Initiative aufgerufen hatte, Ideen und Konzepte zu präsentieren. Die Jury entschied sich für vier Vereine, die jetzt im SportCentrum Kamen-Kaiserau, ausgezeichnet wurden. Ein dickes Lob und ebenfalls Schecks gab es auch für 20 Clubs und deren Nachwuchsförderung im Rahmen des DFB-Bonussystems.

Manfred Schnieders, FLVW-Vizepräsident Fußball, stellte die Projekte der vier Preisträger des Zukunftspreises in seiner Begrüßungsrede als „beispielhaft für Weitblick und Engagement“ heraus und „hofft auf weitere Nachahmer“. Wolfgang Hölker, der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Westfalen-Initiative, sieht sich und seine Stiftung auch in der Zukunft als Partner an der Seite des Verbandes. „Zukunftspreis und Bonussystem sowie Ehrenamt passen in unsere Projekte für westfälische Identität und bürgerschaftlichen Engagements.“

Professor Dr. Dieter Jütting, der die Veranstaltung moderierte, erhellte im Interview mit Manfred Deister, FLVW-Vizepräsident Jugend, die Hintergründe zum DFB-Bonussystem, das die Nachwuchsarbeit der Amateurvereine finanziell fördert. Die Grundlage für den DFB-Bonus ist demnach der Einsatz der Nachwuchsspieler und Nachwuchsspielerinnen der Vereine in Junioren- beziehungsweise Juniorinnen-Nationalmannschaften. Die Beträge für die Amateurvereine berechnen sich nach der Dauer der Vereinszugehörigkeit (mindestens 24 Monate). So wird die Ausbildungsleistung der Vereine honoriert, die mit ihrem Einsatz wesentlich zur sportlichen Entwicklung der Spieler/innen beigetragen haben. Die 20 Clubvertreter nahmen dafür Schecks entgegen.

Von den insgesamt 50.000 ausgeschütteten Euro konnte sich unter anderem TuS Niederaden, VfB Lünen, SG Lütgendortmund und Phönixs für Jacqueline Klasen (heute SG Essen-Schönebeck)  bedienen. Preußen Lünen hat Vincent Louis Stenzel (heute Mainz 05) groß gemacht. Fortuna Herringen sowie Hammer SpVg haben Fabian Holthauss (heute VfL Bochum) ausgebildet. Die Gelder sind für Maßnahmen zur weiteren Jugendförderung in den Vereinen bestimmt.

Danach stellten die vier ausgezeichneten Vereine, BC Eslohne, SC 28 Nordwalde. DJK Borussia Münster, TuS Saxonia Münster und Hammer SpVg. – so die Platzierungen eins bis vier – ihre Projekte vor. In Erinnerung an den „alten Straßenfußball“ schuf der BC Eslohe einen Soccer-Court, auf dem sich Jung und Alt tummelt, zu einem Treffpunkt macht und dem Straßenfußball zu einem Comeback verhilft. Der münsterländische Breitensportverein Nordwalde hat sich personell und inhaltlich einer Angebotsänderung verschrieben und die Bedürfnisse der älteren Generation erfolgreich in den Fokus genommen. DJK Borussia Münster bestach die Jury wegen seines seit Jahren geschnürten Maßnahmenpaktes im Bereich der Integration und der damit verbundenen Kooperationen mit benachbarten Institutionen. Wohlwissend, dass einer alleine wenig ausrichten kann. Die Thematik stellten Vereinsvertreter eindrucksvoll mit einem Filmbeitrag dar. Ein sensibles Thema “sexualisierte Gewalt“ hat sich TuS Saxonia Münster – er war bei der Preisverleihung wegen einer anderen Veranstaltung verhindert – auf seine Agenda geschrieben.

„Jugendinitiative“ mit großem Maßnahmenkatalog

Die Hammer Spielvereinigung bejaht im Rahmen ihrer „Jugendinitiative“, beispielsweise mit Kindergärten, Fußballschulen und dem alljährlichen großen Pfingstturnier – rund 1700 Aktive – ihre Verantwortung für die jungen Menschen und reagiert zugleich auf das Fernbleiben vieler Heranwachsender und das irgendwann daraus resultierende gesellschaftliche Manko.Die Jugendinitiative umfasst gleich einen ganzen Maßnahmen-Katalog,um die Kinder für den Sport zu begeistern, selbst aktiv zu werden, soziale Fähigkeiten zu erlernen oder auszubauen. Die Teilnahme an den Maßnahmen ist kostenlos – so wird garantiert, dass jedes Kind teilnehmen kann, dass also bereits im Ansatz eine Ausgrenzung aufgrund sozialer Herkunftsunterschiede vermieden wird. Die HSV verteilt Freikarten für alle Heimspiele der Mannschaften, wertet den Besuch dieser Partien durch Verlosungsaktionen auf, sorgt für ein Treffen mit Spielern der Ersten, für gemeinsame Aktivitäten mit Aktiven und Jugendlichen wie etwa ein Trainingscamp in den Ferien. Gegründete Kooperationen mit Partnern versetzen die Initiative in die Lage, weitere Vergünstigungen und Vorteilsituationen zu schaffen, die Kinder und Jugendliche zum Sport und damit zur Teilnahme am gesellschaftlichen Leben bewegen können. Fachleute bieten außerdem Rat zu Themengebieten wie Ernährung, Umgang mit Geld oder Praktikum/Ausbildung an.

Gelebtes Miteinander in einem außergewöhnlichen sportlichen Rahmen organisiert die HSV seit inzwischen 35 Jahren jeweils zu Pfingsten. Große Fußballturniere für Junioren und Alt-Herren sind mit nationalen und internationalen Gästen besetzt. Der enorme Organisationsaufwand wird traditionell durch zufriedene Fußballer aus dem In- und Ausland wett gemacht. Die dokumentierte Gastfreundschaft im Sinne der Initiative „respect“ des Westdeutschen Fußball-und Leichtathletikverbandes (WFLV) trägt den Turniernamen „Fußballer für Toleranz und gegenseitige Achtung“. Natürlich geht es an den Feiertagen auf den Plätzen zur Sache, aber ebenso selbstverständlich sitzen die Kicker vor und nach den Partien beisammen und überwinden mit der Zeit die Sprachprobleme. Bis Anbruch der Dunkelheit sind die Kids am Ball, auch wenn die Spiele schon absolviert worden sind. Die Hammer haben längst eine Freundschaft zum englischen Klub Bradford City aufgebaut und freuen sich stets auf den Gegenbesuch.

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