Nach seinem Abschied von Nijmegen möchte Marcel Stutter weiter höherklassig Fußball spielen

Nach seinem Abschied von Nijmegen möchte Marcel Stutter weiter höherklassig Fußball spielen

Fußball: Das war die Schlagzeile im Sommer des Jahres 2012: Der Bergkamener Marcel Stutter wechselt von der deutschen Landesliga in die niederländische Eredivisie. Also ein Sprung aus der Siebtklassigkeit beim SV Holzwickede hin zum Profi beim NEC Nijmegen. Zwei Jahre kickte der 26-Jährige dort „erstklassig“, wurde Stammspieler. In der abgelaufenen Saison setzte Nijmegen weiter auf den Deutschen, verlängerte den Vertrag – und musste dann absteigen.

Die letzten acht Saisonspiele hat Marcel Stutter nicht mehr mitwirken können. Eine Sprunggelenkverletzung stoppte ihn und er rotierte auf die Ausfallliste. Ein weiteres Engagement, das dritte Jahr, war angedacht, kam aber nicht mehr zustande. „Der Verein wollte meine Bezüge für die 2. Liga um 60 Prozent kürzen“, klärte Stutter auf, „das war mir zu wenig und so trennten wir uns wieder.“ Mittlerweile lebt er wieder in Bergkamen.

Einen neuen Verein hat Stutter noch nicht gefunden, hält sich derzeit beim Oberligisten Westfalia Rhynern fit. „Ich habe auch keine Eile“, verrät er, „schließlich musste ich meine Verletzung auskurieren und das hat Monate gedauert. Spätestens in der Winterpause möchte ich mich einem neuen Verein anschließen.“ Sein Berater hält die Augen auf und knüpft derzeit Kontakte.

Futsal ein zweites sportliches Standbein

Neben dem Training in Rhynern hat sich der Bergkamener dem Futsal verschrieben, ist Mitglied der Westfalenliga-Mannschaft von S.C. Deportivo Unna. „Das macht mächtig Spaß, denn hier bin ich mit meinen Freunden zusammen.“ Am letzten Wochenende stand der erste Spieltag in der Westfalenliga in Unna an und mit einem Stutter-Tor gab es einen 7:4-Sieg gegen N.K. Zagreb 75 e.V. Dortmund (wir berichteten). Ziel von Stutter und Deportivo ist der Aufstieg in die höchste Spielklasse, der WFLV-Futsal-Liga. Dort spielen die besten zehn Teams den westdeutschen Meistertitel aus.

Sein Hauptaugenmerk indes richtet Marcel Stutter weiterhin auf den Fußball „draußen“. Mit 20 galt er eigentlich  schon als gescheitert. Der talentierte Spieler, der mit Marco Reus und Kevin Großkreutz die Jugendmannschaften bei Rot-Weiß Ahlen durchlief und in der Bundesliga kickte, kam bei den Profis nicht unter. „Ich hatte in Ahlen schon einen Vertrag für die 3. Liga in der Tasche. Doch dann ist der Verein wieder aufgestiegen, und ich wurde nicht mehr gebraucht“, erzählt Stutter. Reus und Großkreutz schafften es kurz darauf in die Bundesliga. Und Stutter? Der ging zurück zu seinem Stammverein VfL Kamen, in die Bezirksliga. Dort zog er es vor, Fußball nur noch als  lockeren Freizeitspaß zu betrachten.

Verlorene Fußball-Jahre als Freizeit-Spaßkicker

„Fußball war für mich nur noch Nebensache. Ich habe mich erstmal um meine Ausbildung gekümmert“, sagt Stutter. Werktags arbeitete er für die Drogeriemarktkette Roßmann in Holzwickede, am Wochenende zog er mit seinen alten Freunden um die Häuser und spielte mit ihnen Fußball. „Das war alles nur ein lockerer Freizeitspaß. Trainiert habe ich selten“, erklärt der Bergkamener, „eigentlich verlorene Fußball-Jahre“.  Irgendwann war ihm das aber nicht mehr genug.  Stutter wollte noch einmal angreifen.

Es war im Frühjahr 2012. Seine Ausbildung hatte der Bergkamener abgeschlossen, mit seinem neuen Klub, dem SV Holzwickede, stand er in der Landesliga auf Platz eins, half dabei mit 16 Toren maßgeblich mit. Wie so oft spielte der Zufall mit: Der Hobbyfußballer absolvierte „just for fun“ eine Einheit am Footbonaut – einer intelligenten Ballmaschine, an der Spieler Reaktion und Schnelligkeit schulen können. „Und da habe ich anscheinend gute Werte erzielt“, erinnert er sich. Ein Scout war beeindruckt und ließ seine Kontakte spielen: So landete Marcel Stutter in Nijmwegen beim Probetraining – und überzeugte. Sein Arbeitgeber stellte ihn frei, und so bekam der Fußballer aus der siebten Liga einen Profivertrag. „Eine wertvolle Erfahrung“, blickt er auf zwei durchaus erfolgreiche Profijahre zurück und die Erkenntnis, dass er mit entsprechendem Training und Engagement durchaus in höheren Ligen bestehen kann.  Sein Marktwert steht mittlerweile bei 150.000 Euro.

Der 26-Jährige hatte zwar alternativ auch schon einen Plan für das Leben ohne Fußball, er wollte studieren in Richtung “Kaufmann“. Eine Option, die verschoben wurde. Denn: Er möchte erst einmal weiter höherklassig Fußball spielen.

Bild: Marcel Stutter nach seinem Futsal-Einsatz für S.C. Deportivo in Unna.

 

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