Handballspektakel mit besserem Ende für den SuS

Handballspektakel mit besserem Ende für den SuS

Handball-Landesliga: SuS Oberaden – HTV Sundwig-Westig 23:23 (14:12). Ein Handballspektakel wurde von vielen im Vorfeld erwartet. Und das Spiel wurde allen Erwartungen absolut gerecht: Kampf, Leidenschaft und ein absolut gerechtes Endergebnis, mit dem die Oberadener „Cobras“ deutlich besser leben können als der Konkurrent aus dem Sauerland.

Schon eine Stunde vor Anpfiff der Partie hatte man Probleme, noch Plätze in der prall gefüllten Römerberghalle zu finden. Es wurden über 1000 Zuschauer gezählt. Die Stimmung kochte von Beginn an. Als das Team von Trainer Ralf Weinberger in die Halle einlief, ging das Licht aus und überall auf der Tribüne sah man grüne Knicklichter leuchten, eine großartige Atmosphäre, die dem Spitzenspiel absolut gerecht wurde. Dann ertönte endlich auch der Anpfiff und es wurde bereits in den ersten Minuten eines deutlich: Hier bleibt es bis zum Abpfiff spannend. Der SuS fand den besseren Start und setzte sich Mitte der ersten Halbzeit mit 7:4 ab. Von Beginn an wurde auf beiden Seiten sehr hart gedeckt, die beiden jungen Schiedsrichter ließen beiden Teams einiges durchgehen. Vor allem Sebastian „Kalle“ Pohl, der erneut für sehr viel Gefahr aus dem Rückraum sorgte, wurde von der HTV-Abwehr immer wieder zu Fall gebracht. Am Ende ging Oberaden mit einer 14:12-Führung in die Kabine.

Sundwig, das zum ersten Mal den drittliga-erfahrenen Neuzugang Thomas Zeller aufbieten konnte, sorgte nach Wiederanpfiff direkt dafür, dass der SuS nicht noch weiter davonzog. Angepeitscht von beiden Fanlagern lieferten sich die Teams eine noch härter umkämpfte zweite Halbzeit: Man sah, worum es ging und selbst neutrale Zuschauer wurden zuweilen von ihren Sitzen gerissen und fieberten mit. Die Schiedsrichter entschieden sich scheinbar in der Halbzeit, nicht mehr ganz so viel durchgehen zu lassen wie in Halbzeit eins, so dass es durch viele Zeitstrafen auf dem Feld oft recht übersichtlich war. Das störte den Spielfluss. Oberaden fand zudem im Angriff zuweilen keine Mittel mehr, so dass das ein oder andere Mal das Zeitspiel drohte. Stefan Vogel im Oberadener Kasten drehte in der zweiten Halbzeit jedoch richtig auf und hielt die „Cobras“ zusammen mit einem überragenden Deckungsverbund im Spiel. So konnte sich weiterhin keine Mannschaft absetzen.

Beim Stand von 18:19 dann die erste von zwei ganz wichtigen Aktionen von Oberadens Routinier Marcus Salzmann: Er holte hinten ein Stürmerfoul heraus, das verhinderte, dass der HTV mit 20:18 in Führung geht und traf im Gegenzug zum Ausgleich. Die Partie wurde dann zunehmend hektischer, so dass Mats-Yannick „Bolle“ Roth sich kurz vor Schluss mit der dritten Zeitstrafe auf die Tribüne verabschieden musste. Das gleiche Schicksal blühte „Kalle“ Pohl in der Schlussphase. Aber auch Sundwigs Spanier Santonja sah in der hektischen Schlussphase noch „Rot“. Diese hatte es aber auch in sich: Beim Stand von 22:22 scheiterte Björn Grüter unglücklich vom Siebenmeterpunkt. Sundwig ging in der Folge mit 23:22 in Führung, ließ dem SuS jedoch noch 37 Sekunden auf der Uhr. Auf beiden Seiten standen nur noch vier Feldspieler auf der Platte. Dann die zweite, noch deutlich wichtigere Aktion von Salzmann: Der Routinier zog von der Rückraumlinks-Position über die Mitte und netzte die Kugel zum Ausgleich ein. Drei Sekunden verblieben auf der Uhr, Thomas Zeller kam noch einmal zum Abschluss, jedoch parierte der erneut starke Vogel den Wurf ohne Mühe.

Was dann in der Römerberghalle passierte war einzigartig: Die Oberadener Fans und Sympathisanten stürmten aufs Feld und feierten ihre Mannschaft. Die „Cobras“ und ihre Anhänger verschmolzen zu einer riesigen jubelnden Traube, während sich die HTV-Spieler geknickt auf den Gang in die Kabine begaben. Tolle Kulisse, tolle Atmosphäre, tolles Handballspektakel, das aus der Bezeichnung „Landesliga-Niveau“ absolut herausgewachsen ist und ein tolles Ende für die „Cobras“. Eins ist allerdings klar: Noch ist keine Mannschaft aufgestiegen, der SuS darf sich keinen Fehltritt erlauben. „Wir haben noch einige Spiele. Wir dürfen nicht lockerlassen“, stellte auch Torhüter Vogel nach dem Spiel beim Jubeln fest. Trotzdem ist Oberaden die einzig verbleibende Mannschaft der Landesliga-Staffel 4, die aus eigener Kraft aufsteigen kann. Das hat sich das Weinberger-Team durch zwei überragende Spiele gegen eine vor der Saison vermeintlich übermächtige Mannschaft auch absolut verdient. SV

Bild: Patrick Opierzynski

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1 Comment

  1. Lewa

    Ich hab mir das Spiel angesehen,und bin als Fussballer komplett beeindruckt.
    Riesen Stimmung ,gute organisation und Dramatik bis zur letzten Sekunde.
    Ich kann nur jedem, der Mannschaftssport mag empfehlen,sich diesen SuS Oberaden anzuschauen das lohnt sich.
    Danke und herzlichen Glückwunsch zur Tabellenspitze.
    Ich schau mir sowas gerne nochmal an.
    Frank Lewandowski

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